Auf den ersten Blick ist es zwischen dem Dornacher Bahnhof und der Birsbrücke nicht anders als an anderen Märkten. Je nach Verpflegungsstand ändert sich der Duft, der in die Nase strömt, doch die angebotenen Artikel ähneln sich. Von Badezimmerartikeln über Handtaschen bis hin zu Schnullerketten ist alles in reichlicher Anzahl vorhanden. Für die Kleinen gibt es die üblichen Minion-Ballons und Plüsch-Emojis. So weit, so normal.

Aus dem Rahmen fällt nur der Stand der Firma Heiko Wild, an dem neben nicht alltäglichen Hygiene- und Kosmetikwerkzeugen unter anderem auch zahnmedizinische Instrumente angeboten werden. «Es ist nicht ungewöhnlich, das, was ich verkaufe, als ungewöhnlich zu bezeichnen», grinst Michl Rauer. Der Standbetreiber aus Wetzikon kommt seit 2011 «immer wieder gerne hierher», weil er neben der üblichen Laufkundschaft mittlerweile auch Stammkunden hat.

Was am dreitägigen Portiunkula-Markt in Dornach am Wochenende ebenfalls ins Auge sticht: Fast niemand ist allein unterwegs. Junge Familien prägen am Sonntagvormittag das Bild, aber auch sämtliche Menschen aus anderen Altersklassen scheinen in Gespräche verwickelt zu sein – mit Standbetreibern, Freunden oder Leuten, die sie soeben getroffen haben. Als Besucher wird einem jedenfalls nach wenigen Minuten klar, weshalb das «Portiunggeli» das beliebteste jährlich wiederkehrende Fest im Schwarzbubenland ist und auch ein paar Kilometer weiter einen guten Ruf hat.

Markt ist «Pflichtprogramm»

«Klar war uns der Portiunkula-Markt ein Begriff», sagen etwa Christa Frömcke aus Gelterkinden und Aisha Kästli aus Reinach. Die zwei jungen Frauen besuchen den Anlass erstmals gemeinsam, wollen einfach mal «rumstöbern» und sind auch bereits fündig geworden. «Ich habe ein paar schöne Sachen gesehen», meint Kästli vielsagend. Ihrer Arbeitskollegin geht es genauso, allerdings bedauert sie, mit dem Auto nach Dornach gefahren zu sein. «Ansonsten hätte ich definitiv einen Abstecher zum Caipirinha-Stand gemacht.»

Wenn es so etwas wie eine typische Portiunkula-Fest-Besucherin gibt, dürfte es Maria Benz sein. «Ich komme jedes Jahr an mindestens zwei Tagen vorbei», sagt die Pfeffingerin, die nicht nur ihre beiden Kinder, sondern auch ihre vierjährige Nichte aus Spanien im Schlepptau hat. Der Anlass sei quasi «Pflichtprogramm» für Leute aus der Gegend, entsprechend viele Bekannte treffe man hier. «Gestern habe ich aus diesem Grund über eine halbe Stunde gebraucht, um von einem Ende zum anderen zu kommen.»

Und was macht diesen Traditionsanlass so speziell? Maria Benz erklärt: «Man kann prima ‹lädele› und gleichzeitig die Kinder kurz allein lassen, weil der Markt nicht allzu gross ist.» Der Benz-Nachwuchs hat die Affinität für das «Portiunggeli» jedenfalls geerbt. «Sie haben ihr ganzes Taschengeld hier ausgegeben!»