Bis am Mittwoch erwartet der Baselbieter Bildungsdirektor Urs Wüthrich Post aus allen siebzehn Sekundarschulen des Kantons. Er hat diese aufgefordert, provisorisch festzulegen, welchen unbefristet angestellten Lehrpersonen bis Ende September 2014 die Kündigung per 31.  Juli 2015 geschickt werden solle. An diesem Stichtag beginnt das Harmos-Zeitalter. Die Sekundarstufe wird dann von vier auf drei Jahre verkürzt. Jeder vierte Baselbieter Seklehrer muss mit der Kündigung rechnen.

Von den Gymnasien wäre jenes in Laufen besonders betroffen. Es hat die grösste progymnasiale Abteilung. Von den sechzehn Klassen dieser Sekundarstufe I fallen vier weg. Trotzdem ist der Brief des Laufner Rektors Isidor Huber an die Kantonsverwaltung euphorisch ausgefallen. «Das Gymi Laufen ist stolz darauf, keine Lehrer entlassen zu müssen», sagt Huber. Er hat sich eine ausgeklügelte Strategie zurecht gelegt, um Kündigungen zu vermeiden. Seit mehr als drei Jahren stellt er Lehrpersonen nur noch mit befristeten Verträgen an. Werden diese nicht verlängert, muss der Rektor formell keine Kündigung aussprechen.

Zudem liess Huber seine Lehrer einen Berg an Überstunden anhäufen. Gemäss Stundenbuchhaltung haben diese 120 Jahreslektionen zu viel unterrichtet. Dabei haben einige den gesetzlich festgeschriebenen Grenzwert von maximal vier Pluslektionen pro Jahr überschritten. Die Finanzkontrolle hat das Gymnasium deshalb gerügt. Für Rektor Huber ist das unverständlich: «Ich weiss nicht, inwieweit dies für die Finanzkontrolle wichtig ist, für eine Schule ist es essenziell.» Ohne Abfederung durch die Stundenbuchhaltung hätte er mehreren Lehrpersonen Pensenkürzungen und Kündigungen aussprechen müssen, sagt er. Nun werden die Überstunden mit dem Harmos-Start 2015 abgetragen.

Die Sek Allschwil hat aus demselben Grund ebenfalls Überstunden angehäuft. Rektor Roland Ambühl liess sich von seinen Lehrern sogar eine schriftliche Zusage geben, dass sie die Überstunden 2015 und 2016 abbauen. Aus Allschwil werden deshalb ebenfalls keine Kündigungen nach Liestal gemeldet.