Für 42 000 Kinder in den beiden Basel gingen gestern die Sommerferien zu Ende. Das neue Schuljahr beginnt mit zahlreichen Neuerungen. Die augenfälligste: Die Primarschule führt erstmals 5. Klassen.

Die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen haben neu auch Englischunterricht, zwei Jahre früher als bisher. Es ist ihre zweite Fremdsprache. Neu geregelt ist auch die Leistungsbeurteilung auf der gesamten Primarstufe. Ab der 5. Klasse werden jetzt Noten gesetzt.

Mit dem neuen Schuljahr beginnt die strukturelle Umsetzung der Schulharmonisierung HARMOS: Erstmals gibt es an den Basler Primarschulen 5. Klassen. Rund 1285 Schülerinnen und Schüler besuchen in 69 fünften Klassen die verlängerte Primarschule. Somit gibt es keine 1. Klassen mehr in den auslaufenden Orientierungsschulen (OS).

Die Verlängerung der Primarschule von vier auf sechs Jahre erfolgt aufgrund der gesamtschweizerischen Harmonisierung der Schulen. Sie erlaubt mehr Kontinuität im Unterricht und in den Lerngruppen.

Die anschliessende dreijährige Sekundarschule mit drei durchlässigen Leistungszügen wird in Basel-Stadt in zwei Jahren starten.

Ausserdem hat der Schulbeginn 750 Lehrpersonen neue Arbeitsplätze beschert.

Noten und Englisch

Eine neue Schullaufbahnverordnung regelt die Beurteilung der Schülerinnen und Schüler, und zwar vom Kindergarten bis zum Ende der Schulzeit. Vom Kindergarten an gibt es jährliche Lernberichte und Standortgespräche mit den Eltern. In den Jahreszeugnissen der 1. bis 4. Primarklasse wird weiterhin mit Worten beurteilt.

Ab der 5. Klasse erfolgt die Beurteilung der Leistungen künftig mit Noten. In der 6. Klasse wird es zwei Semesterzeugnisse geben, die über die Zuweisung in einen der drei Leistungszüge der künftigen Sekundarschule entscheiden.

Neu haben die Schülerinnen und Schüler bereits in der 5. Klasse Englisch, also zwei Jahre früher als bisher. Das neue Lehrmittel «New World» ist speziell auf diese Altersgruppe ausgerichtet. Im Vordergrund steht das Sprechen.

Englisch ist für die Fünftklässler die zweite Fremdsprache: In der 3. Klasse haben sie mit Französisch begonnen, so wie in allen Kantonen entlang der deutsch-französischen Sprachgrenze. Im September finden in den 3. Klassen die ersten Leistungschecks statt, zeitgleich wie in allen Primarschulen des Bildungsraums Nordwestschweiz.

Übergangsregelung an den Gymnasien

Erstmals kommt im laufenden Schuljahr die Übergangslösung in den Gymnasien zum Tragen: Gegen Ende des Schuljahrs werden die Schülerinnen und Schüler der 2. Klassen aufgrund ihrer Leistungen aufgeteilt: Die einen werden in weiteren drei, die anderen in weiteren vier Jahren zur Maturität geführt.

Diese Übergangslösung mit zwei Zügen gilt während vier Jahren und steht im Zusammenhang mit der Verkürzung der Gymnasialzeit nach Einführung der neuen dreijährigen Sekundarschule. Danach wird die Gymnasialzeit für alle vier Jahre dauern.

Steigende Schülerzahlen

Ein weiteres Mal sind im Kanton Basel-Stadt die Schülerzahlen in den Volksschulen gestiegen. Erstmals den Weg zur Schule legen heute im Kanton Basel-Stadt 1349 Mädchen und Knaben zurück, das sind 98 mehr als im Vorjahr. Bereits im Jahr zuvor war ein Anstieg der Schülerzahlen in ähnlichem Ausmass festzustellen.

Besonders in den Kindergärten ist die wachsende Zahl der Neueintritte auffallend. Gemäss der Statistik der Vorschulkinder wird sich dieser Trend auch in den nächsten Jahren fortsetzen.