Grösserer Jobabbau in Aesch: Der Generika-Hersteller Acino verlegt 23 Stellen an die Acino-Standorte in der Ukraine und Estland. Die Entlassungen seien den betroffenen Mitarbeitenden gestern angekündigt worden. Als Grund dafür nennt Kommunikations-Chefin Ulrike Seminati den «harten Wettbewerb und den Preisdruck».

Acino als mittelgrosser Produzent von Generika – Nachahmerprodukte von Medikamenten, deren Patentschutz abgelaufen ist – vertreibt diese vor allem in Schwellenländern, also in Märkten, die für die Grossen der Branche nicht besonders interessant sind. Dabei ist das Image als Schweizer Unternehmen aufgrund des allgemein guten Rufs von Schweizer Produkten ein wichtiger Faktor.

Dieser Marketing-Vorteil ist verbunden mit dem Nachteil der höheren Produktionskosten. «Die Hauptkonkurrenten produzieren in Indien und China», berichtet Seminati. Die Preise seien in den oft instabilen Märkten – Acino-Hauptmarkt ist der Irak – ein wichtiges Kriterium.

Ausbau in Liesberg wie geplant

Betroffen vom Abbau in Aesch sei nicht die eigentliche Produktion, erklärt die Pressesprecherin. Vielmehr gehe es um Stellen in produktionsnahen Bereiche wie beispielsweise Einkauf oder Rohstoff-Analyse. Eine Konsultation wegen Massenentlassung sei nicht nötig, da die Grenze dafür bei 10 Prozent der Belegschaft liege.

Der Standort in Estland mit 50 Mitarbeitenden sei ein reiner Verpackungsbetrieb. Mit rund 600 Mitarbeitenden sei die Fabrik in der Ukraine der grösste Acino-Standort, der allerdings nur für den dortigen Inlandmarkt produziert.

Die Medikamente für die Schwellenländer im Mittleren Osten und in Afrika werden dagegen von bisher 250 Mitarbeitenden im Baselbiet in Aesch und Liesberg hergestellt. Firmensitz mit 50 Mitarbeitenden ist Zürich, da vom dortigen Flughafen die Hauptmärkte besser erreichbar seien als vom Basler Euro-Airport aus.

Der aus Kostengründen erfolgende Zusammenzug der Produktion in Liesberg sei von der Stellenverlagerung nicht betroffen, betont Seminati: «Die Bauarbeiten für das neue Laborgebäude haben im Oktober begonnen, das Aufrichtefest ist für Anfang April geplant. Auch die technischen Transfers für unsere Produkte laufen planmässig.»

Ziel sei es, «einen Produktionsstandort zu schaffen, der auch langfristig Bestand haben soll und erfolgreich wirtschaften kann.» Der Umzug der Labors werde bald erfolgen. Der Umzug der Produktion werde sich hingegen wegen der Zulassungsformalitäten hinziehen.

Acino ist die Nachfolge-Gesellschaft der früheren Schweizerhall AG. Ihre Aktien wurden zeitweilig an der Börse gehandelt. Heute gehört sie privaten Kapitalbeteiligungsgesellschaften.