An lobenden Worten für die frisch gewählte Elisabeth Augstburger fehlt es am Landratspräsidentinnenfest nicht. «Politische Weitsicht», «Willenskraft», «Engagement» und «Herzlichkeit» bezeugen ihr der Liestaler Stadtpräsident Lukas Ott und die ebenfalls neu gewählte Regierungspräsidentin Sabine Pegoraro in ihren Ansprachen auf dem Zeughausplatz.

Sogar mit dem Dalai Lama vergleicht Ott die 13. weibliche Landratspräsidentin aus Liestal, wenn es um ihre «Philosophie der Freundlichkeit» geht. Und Pegoraro lobt die «christlichen Werte», für die die zweite höchste Baselbieterin aus den Rängen der EVP einsteht.

Augstburger strahlt in die Menge von Gratulanten und Würdenträgern, die sich munter plaudernd zuprosten, während ehrwürdige Alphornklänge über den Platz schallen. Ausgelassen stimmt man das Baselbieterlied an, das Regierungs- und Nationalräte, Landräte und Alt-Politiker aus beiden Basel inbrünstig mitsingen.

«Drei Alphornspieler und jemand der Taler schwingt – es isch spannend zum luege»

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Souveräne Liestalerin

«Für Liestal ist es eine besondere Ehre, eine Einwohnerin in solch einem Amt zu wissen», sagt Lukas Ott. «Die Nähe zwischen dem Kanton und seiner Hauptstadt wird dadurch verstärkt.» Er ist überzeugt, dass Augstburger die ihr übertragene Verantwortung voll wahrnehmen wird. «Für Liestal ist es toll, eine so gute Botschafterin zu haben.»

Auch der abtretende Landratspräsident Philipp Schoch (Grüne) ist zuversichtlich und legt sein Amt gerne in Augstburgers Hände. «Elisabeth Augstburger hat eine sehr steile Lernkurve hingelegt und viel an Souveränität gewonnen.»

Er selbst freue sich nun auf eine etwas ruhigere Zeit. Die Landratssitzung am Donnerstag habe er ohne Wehmut ein letztes Mal geleitet. «Es hat sich ganz normal angefühlt.»

Die höchste Baselbieterin singt begeistert mit

Die höchste Baselbieterin singt begeistert mit

Küsschen hier und da

Sabine Pegoraro, die zur Regierungspräsidentin gewählt wurde, freut sich auf die Zusammenarbeit mit Augstburger. «Wir sind schon gut eingespielt, und ich schätze sie als engagierte Politikerin mit viel Herzlichkeit.»

Dass ihr eigenes Wahlresultat eher knapp ausfiel, wurme sie zwar etwas, aber sie nehme das nicht so schwer. «Damit muss man rechnen. Den Parteilinien entlang gibt es häufig ungleiche Meinungen. Das gehört zum Spiel der Politik.» Die Gratulationen fallen denn auch für Sabine Pegoraro herzlich aus.

Augstburger nimmt derweil strahlend Küsschen und Händedrücke entgegen, die im Fall von Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter besonders freundschaftlich wirken. «Für mich war das Resultat wirklich eine Überraschung. Das habe ich so nicht erwartet», sagt sie zwischen zwei Begrüssungen von Bekannten. «Für mich ist auch der Bezug zu Liestal als Kantonshauptstadt wichtig. Ich bin stolz, hier zu wohnen.»

Doch nun freue sie sich darauf, für das Baselbiet unterwegs zu sein, und blicke den kommenden Verhandlungen und politischen Bewegungen zuversichtlich entgegen.