Trotz der herrlichen Lage am Rheinsprung hatte das Haus des Basler Ehepaars Laubscher seine Tücken. Für die beiden Senioren wurde der steile Anstieg mit zunehmendem Alter zu einem Hindernis. Mit dem Rollator den Hügel hinaufzulaufen, sei immer schwieriger geworden, erinnert sich Heinrich Laubscher. Der 82-Jährige entschied sich deshalb vor einiger Zeit, gemeinsam mit seiner Frau seine Heimatstadt zu verlassen und nach Münchenstein in die Wohnanlage Stoll-Turm zu ziehen.

Hier gebe es einen Lift, weshalb sie keine Treppen mehr steigen müssten, erklärt der ehemalige Mitarbeiter von Nestlé und Roche auf seinem grosszügigen Balkon. Ausserdem befinden sich mehrere Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe und die Tramhaltestelle Birseckstrasse fast direkt vor der Haustüre. «Auch die Zufahrt mit dem Auto, für das es im Untergeschoss Einstellhallenplätze gibt, ist deutlich besser als an unserem alten Wohnort», meint der rüstige Rentner.

Seit März dieses Jahres lebt das Ehepaar Laubscher in einer Eigentumswohnung im Obergeschoss des Panoramahauses des Komplexes Stoll-Turm. Im zweigeschossigen Gebäude befinden sich insgesamt zehn Wohnungen, von denen die Hälfte verkauft ist. Das Panoramahaus liegt hinter dem zwölfstöckigen Turm, in dem seinerseits 26 Wohnungen untergebracht sind. «Von diesen konnten wir schon 23 verkaufen», freut sich Alexander Litzius, dessen Firma Litzius Immobilien-Dienste AG für das Marketing und den Verkauf des Stoll-Turms zuständig ist. Auf dem 5500 Quadratmeter grossen Areal der ehemaligen Gärtnerei Stoll entstand in den letzten Jahren eine speziell für die Bedürfnisse von Rentnern konzipierte Anlage.

Eine eigene Stoll-Managerin

Die Eheleute Laubscher stehen exemplarisch für die Senioren, welche sich für einen Umzug in den Stoll-Turm entscheiden. «Hier ziehen vor allem Menschen aus dem gehobenen Mittelstand hin», sagt Litzius. Die meisten Käufer seien Ehepaare aus der Region Basel, die es vermögen, den je nach Grösse der Wohnung zwischen 685'000 und zwei Millionen Franken liegenden Kaufpreis zu bezahlen. Letzterer Betrag ist bereits überwiesen worden und zwar für eine zweistöckige Penthouse-Wohnung im Turm. In einigen Wohnungen leben wiederum alleinstehende Frauen – alleinstehende Männer hats hingegen keine.

Der Kauf einer Wohnung ermöglicht es den Seniorinnen und Senioren, die riesige Lounge im Erdgeschoss des Panoramahauses zu benutzen. Dort kann man Zeitung lesen, Kaffee trinken oder gemeinsam die Spiele der Fussball-EM schauen. Alle Bewohner bezahlen zusätzlich monatlich 150 Franken für die Dienste der sogenannten Stoll-Managerin. Diese ist an Werktagen morgens anwesend und nimmt unter anderem Pakete entgegen und organisiert Events. Gleich gegenüber ihres Schalters haben zwei Ärzte ihre Praxen, in denen sich die Rentner behandeln lassen können.

So sehe künftig das Wohnen im Alter aus, findet Alexander Litzius – zumindest für jene, die es sich leisten können.