Claudio Botti ist positiv überrascht: «Mit diesem Resultat habe ich nicht gerechnet. Ich habe also doch nicht alles falsch gemacht», sagt der bisherige CVP-Gemeindepräsident. Beim ersten Wahlgang fürs Birsfelder Gemeindepräsidium erzielte Botti gestern das beste Ergebnis: Mit 861 Stimmen liegt er vor seinen Herausforderern Christof Hiltmann (FDP, 777 Stimmen) und Regula Meschberger (SP, 708 Stimmen).

Das absolute Mehr  deutlich verpasst

Botti verpasste trotz seines Erfolgs das absolute Mehr deutlich. 1178 Stimmen wären für seine sofortige Wiederwahl nötig gewesen. Die Wahlbeteiligung war mit 35,9 Prozent relativ bescheiden. Hiltmann wurde im März mit dem besten Resultat als Gemeinderat wiedergewählt. Trotzdem ist er mit seinem zweiten Platz grundsätzlich zufrieden: «Ich habe gegen zwei arrivierte Persönlichkeiten bestanden.»

Meschberger ist enttäuscht

Meschberger hingegen ist über ihren dritten Platz enttäuscht. Die Sozialdemokratin vermutet, dass es ihr und ihrer Partei zu wenig gelungen sei, ihre Wählerschaft zu mobilisieren. «Wir müssen das Resultat aber noch genau analysieren», sagt sie.

Trotz ihres schlechten Abschneidens gewinnt sie dem ersten Wahlgang Positives ab: «Zählt man meine und Hiltmanns Stimmen zusammen, ist es ein klares Signal, dass Birsfelden einen Wechsel will.» Die Linken wollen unbedingt Bottis Wiederwahl verhindern. Doch damit dies gelingt, muss Meschberger wohl auf den zweiten Wahlgang verzichten.

«Alles ist noch offen»

Botti wird sicher zum zweiten Wahlgang antreten, und Hiltmann wahrscheinlich auch, obwohl er sich noch bedeckt gibt. Tritt auch Meschberger wieder an, dann fällt das Wahlresultat am 3.Februar 2013 wohl ähnlich aus wie gestern. Da dann aber das relative Mehr zählt, wäre Botti der neue alte Gemeindepräsident. Verzichtet Meschberger hingegen, wäre Hiltmann so gut wie gewählt, da er wohl die meisten Stimmen der Linken auf sich vereinen würde. «Dieses Szenario ist nicht abstrus», sagt Meschberger. «Diese Interpretation hat es sicher in sich», sagt auch Hiltmann. Botti bleibt optimistisch: «Alles ist noch offen.» Er wolle jetzt erst mal auf diesen Teilerfolg anstossen und sich vom nervenaufreibenden Wahlkampf erholen.

Erst mit Parteien absprechen

Meschberger und Hiltmann wollen das weitere Vorgehen erst mit ihren Parteien besprechen. «An Meschbergers Stelle würde ich nicht mehr zum zweiten Wahlgang antreten», so der Freisinnige. Eine Dreierkandidatur wäre wenig sinnvoll. Meschberger ihrerseits sagt, sie wolle nur antreten, wenn sie mehr Wähler mobilisieren könnte. Sie ist sich aber bewusst, dass sie wohl verzichten muss, um Bottis Wiederwahl zu verhindern. Meschberger über den zweiten Wahlgang: «Vorteil Hiltmann.»