Das bekannte Schauspieler-Paar Barbara Horvath und Helmut Berger aus Biel-Benken hat im Jahr 2017 den Schreibwettbewerb Landlesen ins Leben gerufen. Dieses Jahr findet er zum zweiten Mal statt. Die bz traf die beiden zum Gespräch.

Frau Horvath, Herr Berger, der Wettbewerb Landlesen findet nun schon zum zweiten Mal statt. Wie war beim ersten Mal die Resonanz?

Barbara Horvath & Helmut Berger: Sehr gross! Es gab 140 Einsendungen aus allen Altersklassen. An den Landlesen-Anlass in Biel-Benken kamen rund 400 Leute. Ein wunderbares Lesefest war das!

Wer kann teilnehmen?

Barbara Horvath: Schreibende aus dem unteren Baselbiet, dem Laufental und dem Schwarzbubenland. Wir hatten uns auch kurz überlegt, den Wettbewerb auf Basel Stadt auszudehnen. Aber in der Stadt gibt es bereits eine Vielzahl kultureller Möglichkeiten. Wir möchten bewusst auf dem Land etwas zum aktiven Kulturleben beitragen.

Helmut Berger: Wir hatten beim letzten Wettbewerb eine Einschränkung bis 99 Jahre. Nun gibt es aber bei uns in Biel-Benken einen Mann, der gerade 100 wurde. Das hätten wir dann gemein gefunden, wenn der nicht hätte teilnehmen können (lacht).

Was für einen literarischen Text schreiben Sie selbst gerade?

Helmut Berger: Zur Zeit arbeite ich an einem Theaterstück.

Barbara Horvath: Ich schreibe im Moment vor allem kleine Notizen auf Zettel an meinen Sohn.

Helmut Berger: Und mir hast du sehr schöne Liebesgedichte geschrieben!

Barbara Horvath (lacht): Ja, stimmt. Aber vor allem bin ich eine absolut leidenschaftliche Leserin, ich muss immer lesen, überall, sogar im Tram.

Wie kamen Sie auf das Thema «Gut»?

Barbara Horvath & Helmut Berger: Wir haben mit unserem Land-lesen-Mitbegründer Urs Berger verschiedene mögliche Themen besprochen. An «Gut» gefiel uns, dass es mehrdeutig ist, man kann damit das Adjektiv «gut» meinen, oder eben auch ein Landgut oder das sogenannte «Hab und Gut».

Was ist ein guter Text?

Barbara Horvath: Mich fasziniert prinzipiell, wie unterschiedlich Menschen die Welt wahrnehmen und was für unterschiedliche Welten Menschen mit Sprache erschaffen können – egal, ob Aussen- oder Innenwelten. Und bei einem guten Text erzählt sich mir durch die erschaffene Welt auch etwas über unsere Welt. Oder anders: Ein guter Text lässt mich wirklich hineinschauen in das Gewitter, das jede und jeder von uns im Kopf und im Herzen hat.

Helmut Berger: Das hast du gut gesagt. Mir geht es so, dass ich – warum auch immer – Menschen gerne überrasche. Also liebe ich es auch, überrascht zu werden. Ich finde deshalb Texte, die mich überraschen, gut. Ich lasse mich auch gerne zu Tränen rühren und lache auch gerne. Das tut ‹gut›.

Was wünschen Sie sich für das diesjährige Landlesen?

Wir möchten möglichst viele Leute zum Schreiben ermutigen, die das vielleicht noch nie getan haben. Oder solche, die es schon lange tun, aber ohne bisher eine Leserschaft gefunden zu haben. Besonders freuen würden wir uns über noch mehr Einsendungen von Jugendlichen.