«Ich war schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr an der Fasnacht», gab Michel Birri unverhohlen zu, «zuletzt vor drei Jahren in Oberrohrdorf als Schneewittchen». Der 25-jährige Birri moderierte das 31. Guggekonzert am Dienstagabend: «Musik ist eh mein Ding.» Bekannt ist vor allem seine Stimme. Jeweils sonntags präsentiert er die Schweizer Hitparade auf SRF 3.

Dass ein Promi durch das Konzert führt, hat in Waldenburg Tradition. Einen Abstecher ins Waldenburgertal machten in den Jahren zuvor beispielsweise DJ Antoine, Linda Fäh oder Sven Epiney. Vor Jahresfrist trommelte Moderator Patrick Hässig (weniger ist mehr) gar eigenhändig ein Ständchen.

Verstärkung aus Solothurn

Die Baselbieter Guggen, verstärkt durch die Solothurner Böögge Schränzer aus Welschenrohr, traten spielfreudig auf. Den Anfang machten die Buusner Guggä-Rugger. Bereits mit ihrem zweiten Stück, mit einer Version des Eagles-Klassikers «Hotel California», hatten sie ihr Publikum im Sack. Es folgte das gewohnt gepflegte, einen jeden Fan mitreissende Spektakel fürs Ohr am Oberen Hauenstein. Raphael Senn, der Medienverantwortliche des Events, sprach von einem breiten Baselbieter Publikum, das regelmässig den Weg ins Waldenburgertal findet. «Vergangenes Jahr durften wir einen nach Neuseeland ausgewanderten Fasnächtler begrüssen», erzählte Senn. Das war mit Sicherheit der Baselbieter mit dem längsten Heimweg.

Michel Birri gab zu, im Vorfeld ziemlich nervös gewesen zu sein; vor allem, als er merkte, dass sogar eine Berühmtheit wie DJ Antoine hier schon moderiert hatte. «Im Studio ist es für mich einfacher», gestand der Fricktaler aus Zeihen, «da hast du nur das Mikrofon oder die Kamera und nicht die vielen Leute.» Im nächsten Leben werde er sicher etwas anderes machen, kein Moderator mehr sein. «Ich hatte eine ziemlich schlaflose Nacht», sagte Michel Birri, geträumt haben will er dann aber doch. «Ich träumte, es wäre die 30. Ausgabe und wir hätten ‹Happy Birthday› gesungen.»

14 Guggen traten am Guggenkonzert in Waldenburg auf. Neben den Gastgebern, den Los Ventilos aus Oberdorf, haben auch die Schlappschwänz aus Frenkendorf und die Latärnäschränzer aus Liestal noch keines der 31 Konzerte ausgelassen. Sie waren demnach schon mit von der Partie, als der Anlass noch in Oberdorf stattfand. Nur in der Turnhalle spielten die Reigoldswiler Wasserfalläschränzer.

Die übrigen 13 inklusive der in Waldenburg heimischen Gassäspränger schränzten mit Wonne unter freiem Himmel. Und natürlich wie immer, als gäbe es kein Morgen.