Eine Freifläche so gross wie vier Fussballfelder mitten im Dorf. Über so etwas verfügt nicht jede Gemeinde. Die grösste im Baselbiet allerdings schon: Bis auf einen kleinen Park angrenzend an die Baslerstrasse liegt das Wegmattenareal in Allschwil brach. Das ist nicht unbedingt beabsichtigt. In den letzten Jahren wurden mehrere Versuche unternommen, die 39'000 Quadratmeter grosse Freifläche zu nutzen. Nachdem die Bevölkerung 2003 und 2006 entsprechende Quartierpläne abgelehnt hatte, hatte 2012 schliesslich eine Vorlage an der Urne Erfolg: die «Masterplanung Wegmatten».

Sie teilt die Fläche in drei Drittel. Während zwei davon vorerst für einen Park zur Verfügung stehen sollen, ist der dritte und von der Baslerstrasse aus gesehen hinterste Teil fürs Wohnen vorgesehen. Ein entsprechender Quartierplan soll im Frühjahr im Allschwiler Einwohnerrat beraten werden. Geplant sind auf dem 13'000 Quadratmeter grossen Teilstück vier Hochhäuser zwischen 21 und 30 Metern mit Platz für insgesamt 140 Wohnungen. Mindestens 40 davon sind für betreutes Wohnen im Alter vorgesehen. In den Erdgeschossen sollen unter anderem kleine Läden und Cafés Platz finden.

Keine Angst vor Widerstand

Hochhäuser haben bei der Bevölkerung oft einen schweren Stand. So kam etwa in Reinach jüngst eine Quartierplanung zu Fall, weil Anwohner sich mit einem Referendum erfolgreich gegen die geplanten Hochhäuser gewehrt hatten. In Allschwil ist man jedoch trotzdem optimistisch, dass der Quartierplan auf wenig Gegenwehr stossen wird. «Natürlich werden die direkten Anwohner nicht erfreut sein, wenn plötzlich Hochhäuser vor ihnen stehen», räumt Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli ein. «Aber die Gesamtbevölkerung hat ihren Willen klar geäussert, dass die Wegmatte verdichtet bebaut werden soll. Das setzt das vorliegende Projekt sehr gut um.»

Auch Gemeinderat Christoph Morat weiss: «Bei der Bevölkerung überwiegt die Freude.» Immer wieder werde der Gemeinderat von den Einwohnern angesprochen, dass mit dem Wegmattenareal endlich etwas passieren soll. «Die Bevölkerung möchte auch, dass wir vorwärtsmachen.» Zudem dürfe nicht unterschätzt werden, wie wichtig das Schaffen von so viel Wohnraum für die Gemeinde sei. Denn eine ihrer grössten Herausforderungen sei die enorme Verkehrsbelastung, die nur noch mehr zunehmen werde, wenn im Bachgrabengebiet noch mehr Arbeitsplätze entstehen. «Je mehr Menschen an ihrem Arbeitsort wohnen können, desto geringer die Verkehrsbelastung.»

Park aufwerten und erweitern

Läuft alles nach Plan, stehen die Wohnungen ab Ende 2021 zur Verfügung. Schon in der zweiten Jahreshälfte 2020 fertig sein sollen die beiden anderen Drittel des Areals. Das vordere soll ein Park bleiben, aber erneuert und aufgewertet werden. Das zweite Drittel ist als Reservefläche für künftige Projekte vorgesehen, wird vorerst aber ebenfalls in die Parkanlage integriert und in diesem Sinne aufgewertet. Geplant sind unter anderem ein Grillplatz, ein Klettergerüst, ein öffentliches WC und eine Mehrzweckfläche, die unter anderem für Märkte oder Zirkusse genutzt werden kann.

Die Fläche zwischen den Hochhäusern wird ebenfalls öffentlich zugänglich sein. In einem Entwurf zum Park von 2014, in dem die Wohngebäude bereits mitgedacht waren, waren sie noch weniger hoch, dafür breiter. «Mit den Hochhäusern werden 18 Prozent der 13'000 Quadratmeter überbaut, mit der Riegelversion wären es 50 Prozent gewesen», sagt Morat. Nun entstehe eher der Eindruck einer grossen Parkanlage, in der auch Häuser stehen. Auch daher zeigt sich der Gemeinderat überzeugt: Das Wegmatten-Projekt kommt an.