Die Hitze soll zukünftig in Strom umgewandelt werden und Atomenergie sowie Öl, Gas und Kohle ersetzen. Um diese Technologie zu entwickeln, hat der Verwaltungsrat der EBL vergangene Woche einen Kredit von 8,6 Millionen Franken für die nächsten vier Jahre gesprochen.

Dabei geht es um Risikokapital für die Forschung und Entwicklung der Geo-Energie Suisse AG. Diese wurde von sieben Schweizer Energie-Unternehmen gegründet, um die Erkenntnisse aus dem Basler Geothermieprojekt weiterzuverwerten, nachdem dieses 2006 sistiert worden war, weil es ein kleines Erdbeben ausgelöst hatte. Aus der Nordwestschweiz sind neben der EBL auch die Basler IWB sowie die in Arlesheim ansässige Gasverbund Mittelland AG an Geo-Energie Suisse beteiligt.

Akzeptanz trotz Basler Beben

Geo-Energie Suisse benötigt für die nächsten vier Jahre 60 Millionen Franken, um einen geeigneten Standort zu finden und eine erste Probebohrung vorzunehmen. Als einer von sieben Aktionären hat nun die EBL ein Siebtel dieser Summe zugesagt.

«Derzeit haben wir von ursprünglich 40 überprüften Standorten in der Schweiz noch rund 10 im Auge», berichtet Geo-Energie-CEO Peter Meier. Bis im Herbst wolle man sich auf drei Standorte festlegen, die dann intensiver untersucht werden. Am geeignetsten Ort will man später das Erkundungsloch bohren, das im Idealfall für eine spätere Pilotanlage dienen wird.

Zu den Standortkriterien gehört nicht zuletzt die lokale Akzeptanz: «Nachdem die Erschütterungen in Basel hohe Wellen geworfen haben, hätte mich Ablehnung nicht erstaunt. Doch die Behörden zeigen sich offen, da werden keine Türen zugeschlagen», berichtet Meier. Er weist auch auf die Unterschiede zum Basler Projekt «Deep Heat Mining» hin: Dort presste man das Wasser so in den Untergrund, dass grossflächige Risse entstanden.

Entwicklungsarbeit eventuell umsonst

Bei der künftigen Pilotbohrung sind in 4,5 Kilometern Tiefe zwei Horizontalbohrungen vorgesehen, zwischen denen kleine Risse im Fels mit Wasserdruck erweitert werden sollen: «Deshalb sind viel kleinere seismische Erschütterungen zu erwarten», betont Meier. Auch wenn Geo-Energie Suisse die ganzen Daten und Erfahrungen des sistierten Basler Projekts zur Verfügung stehen, ist dies keine Garantie, dass sich die Entwicklungsarbeit in absehbarer Zeit auszahlt.

«Wir sind überzeugt, dass in Zukunft ein bedeutender Teil der Band-Energie der Schweiz aus Tiefen-Geothermie stammen wird», betont EBL-Geschäftsführer und Geo-Energie-Verwaltungsrat Urs Steiner. Dies könne zwar noch Jahrzehnte dauern. «Doch auch wenn die EBL im Energiegeschäft nur ein kleines Rädchen ist, sind wir verpflichtet, kommenden Generationen Ersatz für jene Energiequellen zu hinterlassen, die wir nun bald aufgebraucht haben.»

Dies sehen nicht alle so: Die Basler IWB sind zwar auch Aktionär der Geo-Energie Suisse, «um am Know-how dranzubleiben». Doch Kommunikationsleiter René Kindhauser erklärt, die IWB werde kein zusätzliches Geld einschiessen.

Steiner hingegen meint: «Es sind jeweils die Kleinen, welche die Innovation vorantreiben, die dann von den Grossen übernommen wird. Aber jemand muss ja schliesslich die Energiezukunft bauen.»