Man muss es sich als eine Art Museums-Google vorstellen, das Online-Kulturgüterportal, das etliche Baselbieter Museen lanciert haben. Auf der Seite www.kgportal.bl.ch sind Abbildungen von Exponaten zu finden, die wohl die meiste Zeit in Kellern, Archiven oder Lagern vor sich hin schlummern. Werke also, die ansonsten kaum je den Weg an eine grosse Öffentlichkeit finden – wenn sie nicht gerade Teil einer Ausstellung sind.

Das Portal ändert dies nun. Das beweist eine Anfrage aus den USA – aus Hollywood, um genauer zu sein: Das Filmteam des «Herr der Ringe»-Regisseurs Peter Jackson war auf der Suche nach historischen Schlachtenbildern. «Schlacht bei Sempach 1386» hatte es Jacksons Delegation offensichtlich besonders angetan. Das Aquarell des Muttenzer Malers Karl Jauslin (1842–1904) entstand 1889 und befindet sich in der kunsthistorischen Sammlung des Kantonsmuseums. Es hätte in einer Dokumentation zur «Hobbit»-Trilogie vorkommen sollen. Die drei «Hobbit»-Filme waren zwischen 2012 bis 2014 in den Kinos zu sehen; sie erzählen die Vorgeschichte zu den «Herr der Ringe»-Filmen.

Die Freude beim Museum BL muss gross gewesen sein, als die Anfrage eintraf. «Selbstverständlich sagten wir gleich zu», schreibt das Museum auf seiner Facebook-Seite. «Unser Bild in einem Dokumentarfilm zur Blockbuster-Kinoserie – was für eine Publicity!»

Auffällige Ähnlichkeiten

Das Gemälde bildet die Schlacht ab, wie sie sich am 9. Juli 1386 bei Sempach abgespielt haben soll. Die Habsburger kämpfen gegen die Eidgenossen. Held des Gemetzels ist Arnold von Winkelried. Er wirft sich, so will es die Legende, während des Getümmels in die Lanzen der Feinde, schlägt so eine entscheidende Bresche – die Eidgenossen siegen.

Das Aquarell fand den Weg dann aber doch nicht in den fertigen Streifen. «Der Film wurde auf 90 Minuten zusammengeschnitten», hat man beim Museum BL festgestellt. Leider sei dabei auch das Sempach-Bild der Filmschere zum Opfer gefallen. Trotzdem ist die Anfrage aus Hollywood für das Museum ein Beleg dafür, wie wichtig es ist, Sammlungen ins Internet zu stellen. Das Kulturgüterportal ist ein Projekt von KIM.bl. Die Abkürzung steht für Kooperations-Initiative Museen Baselland. Hinter KIM.bl stehen ein gleichnamiger Verein, Archäologie und Museum Baselland sowie mehrere kleinere Ausstellungshäuser. Das Portal wurde 2012 lanciert. «Medien, Forschende, Interessierte, Firmen und eben auch die Filmbranche nutzen das verfügbare Wissen im Netz für ihre tägliche Arbeit», schreibt das Museum BL. «Oder ganz einfach, um ihre Neugierde zu stillen.»

Was genau Jacksons Team an Jauslins Helgen so interessant fand, das ist dem Museum BL nicht bekannt. Jedenfalls sticht die Ähnlichkeit von Winkelried mit dem Zwerg «Gimli», der in den «Herr der Ringe»-Filmen vorkommt, ins Auge – die Körpergrösse einmal ausgenommen.