Seit jeher wurden Sagen mündlich im gemütlichen Beisammensitzen weitererzählt. Dies geschieht heutzutage jedoch nur noch selten. Für interessierte Erwachsene gibt es das vom Verlag Basel-Landschaft herausgebrachte Standartwerk aus dem Jahr 1976, in welchem die Volkskundler Paul Suter und Eduard Strübin gesammelte Sagen niederschrieben.

Kinder hingegen, ohne Eltern oder Grosseltern, die ihnen die Sagen erzählen, haben in der heutigen Zeit keinen Zugang mehr zu unseren lokalen Volkssagen. Diesem möglichen Vergessengehen planen die Natur- und Sagenliebhaberinnen Barbara Saladin und Kathrin Horn nun entgegen zu treten.

Die beiden lernten sich vor einiger Zeit kennen und entdeckten dabei ihre gemeinsame Leidenschaft für die bereits als Kinder geliebten Baselbieter Sagen. Frau Horn hatte die Idee für ein neues Sagenbuch seit geraumer Zeit. Die Planung an diesem begann im Herbst letzten Jahres. Neben den gemeinsamen Interessen teilen sie sich den gleichen Geburtstag.

Die Macherinnen und ihre Erfolge

Die ursprünglich ausgebildete Polygrafin Kathrin Horn übernimmt in dieser Zusammenarbeit die Herstellung der Zeichnungen. Für diese benötigt die Künstlerin pro Bild bis zu einer Woche Arbeitszeit. Mit Illustrationen in diversen Magazinen und sogar auf Laternen an der Basler Fasnacht konnte die gebürtige Zunzgerin ihr Können bereits unter Beweis stellen. Die freie Journalistin und Autorin Barbara Saladin schreibt für das Sagen-Bilderbuch kindgerechte und zeitgemässe Texte. Neben Kriminalromanen, Kurzgeschichten und Sachbüchern kann die 41-jährige auf ein Drehbuch für den einzigen Oberbaselbieter Kinofilm «Welthund» zurückblicken.

Die Kosten für den Druck der 1`500 Ausgaben trägt der Lotteriefond «Swisslosfonds Baselland». Aus diesem Grund geht der Verkaufserlös auch an diesen zurück. Erscheinen wird das Buch im Verlag Basel-Landschaft. Da dieser bereits das ursprünglich aus den 70er Jahren stammende Standartwerk herausbrachte, schien er auch die passendste Wahl für das neue Bilder-Sagenbuch. Damit die beiden Frauen während der Arbeit am Sagenbuch nicht am Hungertuch nagen müssen, betreiben sie in Zusammenarbeit mit der BLKB Crowdfunding. Interessierte können das Projekt mitfinanzieren und sich jederzeit über die Entwicklung des rund 50-seitigen Buches auf der Plattform informieren. Die Unterstützer des Sagenbuchs erhalten Prämien wie eine signierte Ausgabe oder eine private Vorlesung an einem Kindergeburtstag.

Die Veröffentlichung des Werkes

Saladin und Horn stellen das Sagenbuch im November 2018 auf einer öffentlichen Vernissage vor. Da die Produktion noch im Gange ist, ist noch unklar, welche Geschichten es ins Buch schaffen. Inspiration und eine Vorauswahl der Geschichten sammelten die Autorin und die Illustratorin im bestehenden Sagenbuch von Paul Suter und Eduard Strübin. Letztlich soll die Publikation aus etwa 20 Kurzgeschichten im A4 quer Format bestehen. Die fünf bereits feststehenden Baselbieter Sagen sind: «S`Rägemännli» von Zunzgen, «Dr Schnäggerytter» aus dem Hardwald, «S` Wundervögeli» aus Bubendorf, «S` Baumgeistli» vom Tschoppenhof und «Dr Bachpfattli» aus Oberdorf bis Oberwil.

Beim «Rägemännli» von Zunzgen haben Kuh und Hund derart Angst vor dem sogenannten «Rägemännli», dass sie sich weigern, an diesem vorbei zu laufen. Im «Schnäggerytter» aus dem Hardwald geht es um einen Mann aus Muttenz, der in der eisernen Kälte einen verborgenen Schatz sucht. Dabei begegnet ihm unter anderem der weise Schneckenreiter.

Weitere Informationen über das Projekt
finden Sie unter:www.wemakeit.com/
projects/kinder-sagenbuch-baselland