Versteckt zwischen den Häusern der selbstverwalteten Siedlung Laubiberg am Nordosthang des Laubiberg bei Liestal steht eine Feldscheune. Dunkles Holz und Bruchstein, an der Seite trägt ein Apfelbaum rote Früchte. Genutzt wird der ehemalige Weidestall als Gemeinschaftsraum für die Anwohnerinnen und Anwohner.

Live-Fussballmatches an der WM oder EM locken rund 25 bis 30 Zuschauer in den Raum; es gibt eine Werkbank und einen Töggelikasten, Kinder übernachten im Sommer in dem kühlen Häuschen.

Rund 270 kleine und grosse derartige Feldscheunen gibt es im Kanton. Den Überblick über diese teilweise über 250 Jahre alten Gebäude hat der Verein Baselbieter Feldscheunen. Über die Inventarisierung hinaus kümmert sich der Verein um deren Erhalt. Die Eigentümer besonders schützenswerter Feldscheunen motiviert der Verein zur Renovation und unterstützt sie mit Fachwissen und helfender Hand.

Für dieses Engagement wird der Verein nun am 19. Oktober vom Baselbieter Heimatschutz geehrt. Die Diskussion über den diesjährigen Preisträger habe im Kontext des Europäischen Jahres des Kulturerbes stattgefunden, an dem sich auch die Schweiz und der Schweizerische Heimatschutz beteiligen würden, heisst es auf Anfrage beim Baselbieter Heimatschutzes, der damit Recherchen der bz zum diesjährigen Preisträger bestätigt.

Preis wird in Eptingen verliehen

«Das Engagement des Vereins Feldscheunen hat uns überzeugt. Es ist beeindruckend, was der Verein mit viel gemeinnütziger Arbeit und ohne den Gedanken der Rentabilität erreicht», begründet Vorstandsmitglied Hansjörg Stalder den Entscheid. Mit Idealismus überzeugten sie nicht nur die Eigentümer, diese Kleingebäude zu erhalten, sie trügen mit der Arbeit auch dazu bei, dass die charakteristischen Eigenschaften der Baselbieter Kulturlandschaft erhalten bleiben.

Verliehen wird der Preis am passenden Ort. Oberhalb der Abfüllanlage der Mineralquelle Eptinger liegt der Hof Niederbölchen. In dessen Nähe steht eine über 300 Jahre alte Feldscheune, die im Oktober 2016 provisorisch gesichert und ab Juni 2017 durch den Verein Baselbieter Feldscheunen renoviert wurde.

Dabei, so dokumentiert es die Website des Feldscheunen-Vereins, packten nicht nur Vereinsmitglieder und Eigentümerfamilie mit an, auch Zivildienstleistende wurden durch die Stiftung Baustelle Denkmal vermittelt.

Keine Preisgeldstifter gefunden

Während die Feldscheune Laubiberg nicht öffentlich zugänglich ist, lassen sich andere Feldscheunen auf Spaziergängen bewundern. Wer diejenige beim Hof Niederbölchen erleben will, kann sich mit einem Shuttleservice ab der Haltestelle Edelweiss (bei der Abfüllanlage Eptinger) zur Preisverleihung fahren lassen. Die Feldscheune stehe dann stellvertretend für die anderen Gebäude im Kanton.

Einen Wermutstropfen gebe es allerdings: «Der Preis beinhaltet eine Urkunde als Wertschätzung der Arbeit. Wir haben uns bemüht, Baselbieter Organisationen zu motivieren, auch einen finanziellen Beitrag als Preisgeld zu stiften, doch das ist bisher nicht von Erfolg gekrönt», sagt Stalder.

www.feldscheunen.ch