Eine Postulantin aus der SVP-Fraktion hatte die Einrichtung eines Babyfensters auch im Baselbiet verlangt. Die Regierung erachtete dies in ihrer Antwort indes als "nicht zielführend". Berichte aus Deutschland zeigten, dass damit die Zahl von Kindstötungen nicht zurückgehe. Ausserdem würde das Recht der Kinder auf Kenntnis der eigenen Abstammung verletzt.

Als Alternative sieht die Regierung die Möglichkeit der diskreten Geburt. Diese vermeide die erwähnten Rechtsprobleme, und die psychischen Folgen für Mutter und Kind seien geringer. Ein weiterer Vorstoss im Landrat hatte die diskrete Geburt, wie sie am Universitätsspital Basel möglich ist, aufs Tapet gebracht.

Die vorbereitende Kommission des Rats wies zudem darauf hin, dass in der Schweiz bereits fünf Babyfenster beständen. Die nächstgelegenen für die Region seien in Olten SO und in Lörrach (D). Dies Sicht von Regierung und Kommission wurde von den Fraktionen mehrheitlich gestützt.

In praktisch allen Fraktionen gab es indes Ratsmitglieder, die sich dagegen stellten. Die Postulantin zeigte sich in einem teils emotionalen Votum "enttäuscht und traurig": Wenn nicht bewiesen sei, dass ein Babyfenster etwas nütze, sei dann bewiesen, dass es nichts nütze?, fragte sie.

Andere wiesen darauf hin, dass Babyfenster und diskrete Geburten zweierlei seien: Das eine diene verzweifelten Müttern nach der Geburt, das andere aber zuvor. Und die Identitätsfrage stehe bei beidem nicht im Vordergrund. Wichtig sei, möglichst das Leben jedes Kindes zu retten.

Schliesslich schrieb der Landrat das Postulat mit 47 zu 13 Stimmen als erfüllt ab. 23 Ratsmitglieder folgten der Aufforderung der Postulantin, sich der Stimme zu enthalten, da das Thema nicht erledigt sei.