Die Vorfreude auf die Fasnacht war den Gästen ebenso anzumerken wie den Wettbewerbsteilnehmenden, die sich am Samstag im Engel-Saal in Liestal trafen. 

Dazu gehört, dass heuer erstmals Veteranen – das ist man auch bei den Fasnächtlern schon in verhältnismässig jungen Jahren, nämlich mit 42 – in einer eigenen Kategorie sich der Jury stellten.

«Ich mache am Veteranen-Wettbewerb mit, um Gleichaltrige zu motivieren, im nächsten Jahr ebenfalls teilzunehmen», sagt Adrian Schweizer von der Halbmond-Clique Frenkendorf.

Und sein Cliquenkamerad Georg Stucki ergänzt: «Wir brauchen das vorfasnächtliche Kribbeln im Bauch.»

Fasnachtsbegeistertes Publikum

Neu war auch das Bühnenbild: Es zeigte eindrückliche Bilder von den Feuern des Chienbäse-Umzugs. Diese Kulisse bescherte den Auftritten ein besonderes Ambiente.

Erstaunlich viele Kinder tummeln sich im Saal. Während der Darbietungen auf der Bühne verhalten sie sich aber mucksmäuschenstill, ein kleines Mädchen spielt dabei selbstversonnen Schattentrommeln.

Am liebsten würde es wohl richtige Schlägel einsetzen. «Das ist mein Papi», flüstert ein etwa Zehnjähriger stolz dem mitschreibenden Journalisten zu.

Der Bub daneben bastelt Papierflieger aus den Flyern, die auf bevorstehende Fasnachtsanlässe in den Dörfern hinweisen. Neben der Jury, ebenfalls unmittelbar unter der Bühne, verfolgen zwei andere Kinder, das Kinn auf den Bühnenrand gestützt, aufmerksam das Geschehen auf der Bühne.

Solches tut der elfjährige Loris Schaub. Zweimal hat er schon bei den Anfängern gewonnen. Dieses Jahr tritt er erstmals bei den Jungen (13 bis 18 Jahre) auf: «Er ist mit Abstand der Jüngste», sagt sein stolzer Vater Patrick.

Schon als Vierjähriger habe Loris ihm die Schlägel entwendet, um trommeln zu üben. Loris strahlt und freut sich sichtlich auf den Auftritt bei den Grossen: «Ich trete gerne vor Leuten auf», bekennt er.

Dass er nun anspruchsvollere Stücke spielt als nur «Binggis», stachelt seinen Tambouren-Ehrgeiz an. Er wird «Zic Zac» trommeln – und auf Anhieb auf dem vierten Platz landen, wie sich bei der Rangverkündigung zeigen wird.

Sein Vater Patrick wird Sieger bei den Veteranen (und mit Christine Leoni Zweiter in der Kategorie Solo Due). Es ist denn auch ein Merkmal dieses Wettbewerbs, dass einige Fasnächtler in mehreren Kategorien teilnehmen.

Andere spielen «Ryslaifer», «Zigüner», «Spitzbueb», «Arabi» und andere Stücke mit ähnlich rätselhaften Titeln.

Die Vorfreude auf die Fasnacht ist es, die Aline Deppler zur Teilnahme motiviert. «Ich bin eine begeisterte Pfeiferin.» Sie ist schon zum dritten Mal dabei.

Als Mitglied der Rotstab-Clique Liestal freut sie sich auch auf das Zusammensitzen mit ihren Cliquenkameradinnen und -kameraden.

Verdienter Applaus

Das Publikum ist begeistert von den Darbietungen. Kräftig und herzlich ist der Applaus, der den Darbietungen folgt. «Ein anspruchsvolles Stück», lautet der fachkundige Kommentar eines Mannes, der offenbar selber jahrzehntelang aktiver Fasnächtler war.

Der Anlass ist gut organisiert. Der Zeitplan wird strikt eingehalten. Die Musikantinnen und Musikanten sind gehalten, in einem Kostüm zu erscheinen.

Regelmässig wird das Publikum ermuntert, einen Zettel auszufüllen und das beste Kostüm auszuwählen. Gespannt wartet man jedoch vor allem auf die Rangverkündigung, die nach 21 Uhr erfolgt.

Applaus und Anerkennung sind allen Teilnehmenden sicher.