Für Beobachter des Klosters Dornach ist es schwer vorauszusagen, mit welchen Schlagzeilen die Einrichtung als nächstes von sich reden macht. Das einstige Kapuzinerkloster, das heute als Hotel und Kulturzentrum dient, erlebt in letzter Zeit eine Berg- und Talfahrt.

Zuerst entbrennt im Freundeverein des Klosters ein Streit über die künftige Ausrichtung der Institution, die im Austritt einiger Mitglieder gipfelt. Danach begeht man das Ende der rund 3,5 Millionen Franken teuren Sanierung mit einem grossen Eröffnungsfest. Kaum sind die Feierlichkeiten vorbei, stehen die Zeichen nun wieder auf Sturm.

Aus drei Vertretern werden zwei

Momentan brodelt es im Stiftungsrat des Klosters Dornach. Diesem gehören unter anderem der aktuelle Dornacher Gemeindepräsident Christian Schlatter (Freie Wähler) und dessen Vorgänger Kurt Henzi an. Zusammen mit dem Stiftungsratspräsidenten Lorenz Altenbach sind sie die drei Abgesandten der Gemeinde Dornach. Im September 2013 waren sie vom Dornacher Gemeinderat als dessen Vertreter gewählt worden.

An einer Stiftungsratssitzung vor wenigen Tagen wurde dem Stiftungsrat mitgeteilt, dass Kurt Henzi dem Rat künftig nicht mehr angehören soll. Für Lorenz Altenbach, der wie Henzi der FDP angehört, handelt es sich dabei um einen Affront. In einem Brief an den Dornacher Gemeinderat, den die «Basler Zeitung» in ihrer gestrigen Ausgabe publik machte und der auch der bz vorliegt, schreibt er: «Mit grossem Befremden und völlig überrascht haben wir anlässlich der letzten Stiftungsratssitzung die trockene Mitteilung des Gemeindepräsidenten Christian Schlatter entgegengenommen, dass unser dienstältester Stiftungsrat und Vizepräsident, Kurt Henzi, für die Amtsperiode 2017-2021 nicht mehr gewählt worden sei.»

Der Entscheid sei ohne Vorankündigung und Rücksprache mit dem Betroffenen und dem Stiftungsratspräsidenten geschehen. Altenbach vermutet, dass «der Gemeinderat hier für ein kleinliches persönliches Problem von Christian Schlatter mit Kurt Henzi instrumentalisiert worden ist». Es sei nur schwer nachvollziehbar, dass die Nichtwiederwahl ausgerechnet den Stiftungsrat treffe, der mit Abstand am meisten Einsatz für die Stiftung gezeigt habe. So amtete er als Baukommissionspräsident und zeichnete für den Umbau verantwortlich.

Der betroffene Stiftungsrat Kurt Henzi findet das Verhalten von Christian Schlatter ihm gegenüber «völlig respektlos», wie er zu dieser Zeitung sagt. Die Art und Weise, wie kommuniziert wurde, sei nicht in Ordnung. In einem Mail, das auch der Solothurner Regierungsrat Remo Ankli und die kantonale Denkmalpflege erhielten, schreibt er, Schlatter habe «aus offensichtlich persönlichen Aversionen gegen mich» den Dornacher Gemeinderat beauftragt, nur noch zwei Vertreter in den Stiftungsrat zu delegieren.

Christian Schlatter betont, dass die beiden Vertreter erst vom Gemeinderat für den Stiftungsrat nominiert worden seien. Wieso Kurt Henzi nicht dabei ist, könne er sich nicht erklären, da jedes der neun Gemeinderatsmitglieder geheim abgestimmt hat. Dem Stiftungsrat stehe es frei, Henzi ebenfalls als Mitglied zu wählen.