Weiches Fell, spitze Nase und langer Schwanz. Plage, Legende und Comicfigur. Mäuse beschäftigen uns Menschen schon seit Tausenden von Jahren. Nun widmet das Museum.BL in Liestal dem kleinen Nager mit «Maus im Haus» eine eigene Ausstellung.

Überall anzutreffen

Ganz nach dem Motto: Mit Speck fängt man Mäuse will das Museum mit einem neuen Format Kinder und Erwachsene in die Ausstellung locken. «Die Besucher sollen generationenübergreifend gleichermassen angesprochen sein», sagt Museumsleiter Marc Limat. Einerseits mit einer erlebnisorientierten Ausstellung und andererseits mit einem breiten Einstieg ins Thema. «Man hat die Möglichkeit, komplett in die Welt der Mäuse einzutauchen», so Limat. Ein neu entwickeltes Brettspiel mit Hörsequenzen und diverse Videobeiträge füllen die Ausstellung dabei mit Leben.

«Der komplette Raum ist wie ein Zwischenboden gestaltet», sagt Kurator Pit Schmid. So erfahre man den Lebensraum einer Maus. «Diese sind nicht mal so verschieden von uns», so Schmid. Attribute, wie Neugier, Lernfähigkeit oder Anpassungsfähigkeit würden Mensch und Maus verbinden. Ausserdem seien sie neben uns auch die einzigen Säugetiere, welche sich überall auf dem Globus angesiedelt haben. Die Menschen haben aber unterschiedliche Meinungen zu den Tieren, denn was für die einen Schädlinge sind, sind für die anderen süsse Haustiere, was sich jedes Kind gerne wünscht.

Fantasievolle Todesfallen

Diese Hassliebe kann man an anschaulichen Beispielen erleben. Wegen angenagten Vorräten und dem Verbreiten von Krankheiten ersann der Mensch die verschiedensten Wege des Tötens. In einer übergrossen Mäusefalle erfährt der Besucher das Gefühl, hilflos gefangen zu sein, am eigenen Leibe. Daneben sieht man die unterschiedlichsten Arten, wie die Menschen versuchen, die kleinen Nager loszuwerden. Ob Galgen-, Quetsch-, oder Schussfallen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Einige der eindrücklichsten Fallen kann man nachgebaut selbst ausprobieren. Im hinteren Bereich der Ausstellung folgt der sympathische Teil mit drei grossen Terrarien, welche lebende Mäuse beherbergen. «Alle sechs Wochen gibt es Junge», sagt Schmid. Das Gehege wird dabei von einer Nestkamera gefilmt. Sie dokumentiert die Entwicklung des Nachwuchses.

Auch zu sehen ist ein Teil mit Mythen, Legenden und Geschichten, welche sich um Mäuse ranken. «Die Ägypter balsamierten Mäuse und beerdigten sie in Sarkophagen», erzählt Schmid. Ebenfalls zu sehen ist der Hindu-Gott «Ganesha», der auf einer Maus reitet. Oder die Comic-Helden «Mickey Maus» und «Speedy Gonzales». Das alles zeigt eindrücklich: Die Nager haben sich überall einen Platz im Bewusstsein der Menschen geschaffen.