Seinen Namen trägt das heimelige Lokal am Rathausplatz mit seinen 65 Plätzen zu Recht, sollen doch früher die Ratsherren aus dem benachbarten Rathaus am Obertor hier erfolgreiche Geschäfte mit einem feinen Wein begossen haben.

Noch heute ist beim Eingang zu lesen «Fröhliche Menschen und guter Wein sollten stets beisammen sein». Nicht ganz so happy war HD-Soldat Läppli, der im gleichnamigen Film exakt hier vor dem Rathausstübli erfuhr, dass er nach Laufen und nicht nach Pruntrut gelaufen war. Die grosse geschmückte Tanne vor dem Haus und die dezente Weihnachtsdekoration im warmen, holzgetäferten Innern verströmen eine Art Gelassenheit, die Wirt und Küchenchef Sivagananthan Ratnam für kurze Zeit innehalten und über sein Restaurant sprechen lässt.

Auf das Jahr 2015 hat er den Gastrobetrieb von seinen Vorgängern Linda und Reto Brügger übernommen, bei denen er während 18 Jahren mit Leidenschaft als Koch gewirkt hat. «Ich führe es ganz in ihrem Sinne und in ihrer Art weiter», fügt er bescheiden an. Ein Blick auf die umfangreiche Speisekarte beweist: Das Angebot ist nach wie vor gutbürgerlich und erstaunlich gross.

Gut 30 Vorspeisen, Suppen, kalte Gerichte und Fitnessteller bieten eine grosse Auswahl, auffallen tun hier die viel verlangten «Falschen Schneggen», Rindsfiletwürfel an Kräuterbutter. Zu den aufgeführten 15 Hauptgerichten von Schwein, Rind und Lamm gesellen sich auch fünf vegetarische Menüs.

«Sehr bekannt und beliebt in der Region sind aber unsere zwölf Cordon Bleu-Spezialitäten vom Cordon Bleu «Rathausstübli» über «Fiorentina» bis «Waikiki», betont der Chef. Natürlich gebe es auch saisonale Angebote wie Wild im Herbst oder das heissbegehrte Morchel-Fondue im Frühling, das sogar Gäste aus Zürich anlocke. Es sei aber das ganze Jahr ratsam, die Plätze zu reservieren.

Schliesslich verrät die neue, bemerkenswert grosse Weinkarte, dass das Rathausstübli bestrebt ist, schöne und doch bezahlbare Weine aus ganz Europa in Flaschen und im Offenausschank anzubieten. Um ein gutes Essen abzurunden, ganz im Sinne des griechischen Dichters Euripides: «Wo aber der Wein fehlt, stirbt der Reiz des Lebens». (bü)