Für die einen ist er der blanke Horror, einige lässt er kalt wie der Winter; für alle anderen aber ist er der Höhepunkt des Jahres: der Weihnachtseinkauf. Stöbern, suchen, finden: Geschenke posten. Und wo sind Geschenke noch wirklich Geschenke, in kunterbuntes Papier gehüllt, umschleift und Ursache glänzender Kinderaugen? Im Spielwarenladen!

Weihnachten steht vor der Tür in der «Spielkiste» Liestal, und das heisst: volles Haus! Oder: 380 Quadratmeter Schlaraffenland für jedes Kind – und die meisten Ausgewachsenen. Das sieht man den Senioren an, die schwelgend durch die Regalreihen flanieren. Das sieht man den Eltern an, die zielgerichtet durch den Laden steuern. Und das sieht man sogar jenen jungen Erwachsenen an, die in Jogginghosen durch die Gänge schlurfen.

Lernspiele liegen im Trend

Sie lächeln allesamt, ja strahlen gar, was auch kein Wunder ist, schliesslich ist ein Spielwarenladen ein Stück heile Welt. Und in dieser liegen, hängen und stehen sage und schreibe über 14'000 unterschiedliche Artikel in den Regalen: Der Playmobil-Krankenwagen und die Schleichhyäne, das Plüschkamel, die Handpuppe und die Schlafschmusetücher. Die Weihnachtszeit sei für ein Spielwarengeschäft, sagt Inhaber Beat Lutz, die absolut wichtigste Zeit des Jahres. Ein Drittel seines Jahresumsatzes macht sein Unternehmen mit den elf Filialen mit dem Weihnachtsgeschäft.

Was in dieser Saison besonders gut ankommt, sind Lernspiele wie etwa Chemiebaukästen einerseits, ein wachsender Bereich technischer Spielwaren andererseits und relativ leicht verständliche Gesellschaftsspiele schliesslich. Als flammendes Beispiel sei hier das mittlerweile zum Spieleklassiker avancierte «Brändi Dog» erwähnt, übrigens eine Schweizer Erfindung, die auch in der Schweiz produziert wird. Alle Jahre wieder, sagt Lutz, verkaufe die Spielkiste Hunderte davon – «eigentlich müsste da», wundert er sich, «doch längst jeder eins haben.»

Kugelbahnen sind der Renner

Was aber schlechthin der Renner in der Weihnachtssaison 2017 ist, sind hochwertige, freibaubare Kugelbahnen. Cuboro heisst die eine, ein Schweizer Produkt – und aufgrund der immensen Nachfrage seit Wochen praktisch nicht mehr lieferbar. Das Äquivalent des grossen deutschen Spieleverlags, lanciert im Oktober, ist seit Oktober europaweit ausverkauft. Glücklich darf sich also schätzen, wer eine unterm Christbaum findet.

Lea Bollazzis jüngste Tochter lässt das alles kalt. Zu Weihnachten wünscht sie sich eine Puppe namens «Sister». Was sie noch nicht weiss: Die bekommt sie auch – in einem rosa Kleidchen, zusammen mit einem rosa Velohelmchen und einem rosa bezogenen Doppelpuppenbettchen. Was sie nämlich in Liestal erhalte, sagt Lea Bollazzi, das kaufe sie auch in Liestal – Onlinehandelspreisvorteile hin oder her. Darum marschiert sie nun trotz lädiertem Bein mit dieser gigantischen Tasche aus dem Schlaraffenland, unterstützt von ihrer älteren Tochter Gaia, zwölf, die sich am anderen Griff hält. Auch Gaias Geschenke wird Lea Bollazzi in Liestal kaufen. Dann ist ihre jüngere Tochter dabei.