Der Nettoaufwand für die Sozialhilfe hat im Kanton Baselland im vergangenen Jahr um 9 Prozent auf rund 74 Millionen Franken zugenommen. Leistungen der Sozialhilfe haben 8608 Personen bezogen, 310 Personen mehr als im Vorjahr.

Die Zahl der Personen, die Leistungen der Sozialhilfe beziehen, stieg damit gegenüber 2016 um 3,7 Prozent, wie die Baselbieter Finanz- und Kirchendirektion am Mittwoch mitteilte. Das ist der tiefste Anstieg seit 2012.

Insgesamt haben im vergangenen Jahr 3 Prozent der Kantonsbevölkerung finanzielle Unterstützung der Sozialhilfe erhalten. Damit stieg die Sozialhilfequote gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte.

Einsame Männer an der Spitze

Weiterhin machen gemäss Mitteilung Einzelpersonen den grössten Anteil der Sozialhilfefälle aus. Die grösste Gruppe in der Sozialhilfe sind alleinstehende Männer. Das grösste Risiko, von der Sozialhilfe abhängig zu werden, haben gemäss Mitteilung weiterhin alleinerziehende Eltern.

Überdurchschnittlich von Sozialhilfe betroffen sind gemäss Sozialhilfestatistik zudem gewisse ausländische Bevölkerungsgruppen. Personen aus europäischen Nicht-EU-Staaten und dem aussereuropäischen Raum weisen mit Quoten von 9,7 und 18 Prozent den grössten Unterstützungsbedarf aus.

Personen aus EU-Ländern haben mit einer Quote von 2,8 Prozent dagegen ein durchschnittliches Sozialhilferisiko. Bei der schweizerischen Wohnbevölkerung ist die Sozialhilfequote unterdurchschnittlich. Sie beträgt 1,9 Prozent.

Anstieg bei über 50-jährigen Personen

Dass über 50-jährige Personen vermehrt Schwierigkeiten haben, im ersten Arbeitsmarkt zu verbleiben, zeige sich im Weiteren auch bei der Sozialhilfe. Die Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen weist die stärkste Zunahme über die vergangenen Jahre auf. Seit 2011 stieg die Sozialhilfequote in dieser Alterskategorie von 1,6 auf 2,3 Prozent.

Pro Einwohner resultierte 2017 gemäss Statistischem Amt ein Nettoaufwand für die Sozialhilfe von 275 Franken, verglichen mit 237 Franken im Vorjahr. Die Gemeinde Liestal weist mit 608 Franken die höchste Pro-Kopf-Belastung auf, gefolgt von Pratteln (464 Franken) und Oberdorf (445 Franken).