Das Patronat Kunsteisbahn Sissach atmet auf: Es erhält mehr Zeit, um die erforderlichen 4 Millionen Franken zu beschaffen, damit die Kunsti totalsaniert und eine neue Eishalle gebaut werden können. Dies hat Gemeindepräsident Peter Buser an der Gemeindeversammlung bekannt gegeben. Bis Ende Monat – so die geäusserte Absicht letzten Herbst – hätte der Betrag gesammelt sein sollen, doch bis Donnerstag waren erst 1,73 Millionen zugesichert.

«Es geht was», stellte Buser fest, das Komitee sei auf verschiedenen Ebenen aktiv, aber bis Ende April reiche es nicht. «Es macht keinen Sinn, auf diesem Termin zu beharren», sagte Buser. Nun gilt eine Frist bis Ende Juni. Das Vorgehen ist mit den Planern abgesprochen. Verzögert wird das Projekt dadurch nicht. Mitte 2017 sind erste bauliche Massnahmen nötig.

Plan B diskutieren

Der Gemeinderat sei nach wie vor überzeugt, dass das Patronat sein Ziel erreiche. Dennoch werde er bei seiner nächsten Sitzung einen Plan B diskutieren, erklärte Buser. Der Präsident des Patronats, Urs Wüthrich, zeigte sich am Donnerstagabend erfreut über die Fristverlängerung. «Das ist ein klares Commitment des Gemeinderats», betonte der alt Regierungsrat gegenüber der bz. Vom 19. bis 23. April finden im Bezirkshauptort mehrere Aktionen statt, um das Patronat finanziell zu unterstützen. Davon versprechen sich die Verantwortlichen einen stattlichen Betrag.

An der Gemeindeversammlung war nicht nur die Zukunft der Kunsteisbahn ein Thema, auch die leidige Geschichte um das marode Holzdach kam einmal mehr aufs Tapet. Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) hatte das Debakel aufgearbeitet, in einem umfangreichen Bericht festgehalten und diesen der Gemeindeversammlung im Oktober 2015 zur Kenntnis gebracht. Darin sind einige Ungereimtheiten erwähnt. So waren im Archiv der Gemeindeverwaltung im Original unterzeichnete Werkverträge und Abnahmeprotokolle nicht auffindbar.

Diese soll die GPK nun nachträglich beschaffen oder Verträge und Protokolle rechtmässig beglaubigen lassen, damit sie im Archiv abgelegt werden können. So wollte es ein Antrag von Ruedi Graf und Dieter Stebler. Die beiden stellten an der Versammlung gleich noch einen Zusatzantrag: Die GPK soll die Originaldokumente auch prüfen und über ihre Ergebnisse einen Bericht verfassen. Mit 48 Ja- gegen 5 Nein-Stimmen und 13 Enthaltungen folgte die Mehrheit den Antragstellern.

Campus für Bildung und Kultur

Wie viele andere Gemeinden braucht auch Sissach mehr Schulraum, weil Bevölkerung und Schülerzahlen steigen. Dafür soll das Areal Primarschule Dorf neu gestaltet werden. «Die Vision ist ein Campus für Bildung und Kultur», präsentierte Gemeinderat Gieri Blumenthal die Ideen. Die zehn Gebäude des Ensembles haben unterschiedliche Baujahre, ihre Zustände sind sehr unterschiedlich. Turnhalle, Kindergarten und das Gebäude, in dem der Mittagstisch stattfindet, müssen weg. Geplant sind zwei neue Kindergärten, mehrere Schulräume und eine Zwei- oder Dreifachturnhalle, die auch Vereinen dient. Aula und Tagesstrukturen sind ebenfalls Teil der Entwicklungsstrategie. Im Juni kommt ein Projekt an die Gemeindeversammlung.

Bereits ab kommendem Schuljahr braucht Sissach einen achten Kindergarten. Dafür ist ein Provisorium nötig, für das die Gemeindeversammlung einen Kredit von 260 000 Franken gesprochen hat.