Im Kanton Basel-Landschaft werden jährlich rund 60'000 Tonnen biogene Abfälle in drei zentralen Vergärungs- und zwölf gewerblichen Kompostierungsanlagen verwertet. Neben Biogas (im Wesentlichen Methan) und Brennholz entsteht vor allem Kompost, der als Dünger in der Landwirtschaft und via Handel auch in privaten Pflanztöpfen landet.

Das Material, das diese Anlagen verarbeiten, stammt aus kommunalen Grüngut-Separatsammlungen, Industrie und Gewerbe, der Landwirtschaft sowie vom Grünflächen-Unterhalt, wie dem am Mittwoch publizierten Bericht zu entnehmen ist. Anders als bei der Verbrennung werden beim Vergären und Kompostieren Nährstoffe wieder den Kreisläufen zugeführt.

System funktioniert

2011 waren einige Proben insbesondere zu hoch mit Polyzyklischen Aromatischen Kohlenstoffen (PAK) belastet gewesen. Die 47 Proben von 2016 sind deutlich sauberer; 2011 ergriffene Massnahmen hätten also gewirkt. Indes lagen nun immer noch 8 Proben (17 Prozent) über dem Richtwert - der Maximalwert war rund 40 Prozent über dem Richtwert.

Zu hohe Belastungen wurden teils erneut auch bei anderen Kategorien festgestellt: So hatte es in einzelnen Proben mehr Schwermetall, als der Grenzwert zuliesse; das Maximum lag bei 60 Prozent über dem Limit. Eine Probe war überdies mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) deutlich über dem Prüfwert der Bundesverordnung belastet.

Einzelne Peaks seien in der Praxis kaum zu vermeiden, hiess es dazu auf Anfrage bei der zuständigen Fachstelle der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD). Müssten die Grossanlagen jede einzelne angelieferte Charge Rohmaterial analysieren, wäre das wegen der Kosten das Ende dieser Wiederverwertung - Disziplin ist also gefragt.

Kunststoff-Dilemma

Insbesondere darf aus der Wiederverwertung keine Belastung für die Böden entstehen - auf denen werden auch Lebensmittel hergestellt. Die Studie hatte zum Ziel zu überprüfen, ob das System sicher genug ist. Tatsächlich sei es heute laut BUD-Fachstelle im grünen Bereich. Allerdings ist immer noch zu viel Fremdmaterial wie Plastik im Spiel.

Konkret ist der Kunststoffanteil bei 12 (40 Prozent) von jenen 30 Proben, bei denen dieser gemessen wurde, zu hoch gemäss der Schweizer Chemikalien-Risikoreduktionsverordnung. Das Problem kommt etwa von Gemüse-Kunststoffverpackungen, Folien und Plastiksäcken. Kunststoffe enthalten Weichmacher, Farben und Flammschutzmittel.

Von Kantonsseite wird wieder einmal dazu aufgerufen, Küchenabfälle nur konsequent ohne Fremdmaterial in Sammlungen zu geben. Anlagebetreiber sollen zudem Fremdstoffe besser aussieben. Auf Bundesebene laufen ferner Diskussionen mit den beteiligten Branchen unter anderem über kompostierbare Kunststoffe.

Für Bioabfälle seien nur kompostierbare Sammelsäcke mit Gitternetz-Kennzeichnung zu verwenden, ermahnt Liestal die Bevölkerung. Beschriftungen wie "Recycling" stünden hingegen bloss für wiederverwerteten Plastik, nicht für kompostierbares Material.

Die teils überhöhte PAK-Belastung führt die Studie derweil auf zwei Quellen zurück: