Peter Ducret, der den Jazz Club Aesch-Pfeffingen (JAP) präsidiert, kennt als Organisator der Jazzkuchi in Basel die Szene bestens. «Bei vielen Open-Air-Veranstaltungen gibt es immer mehr Möglichkeiten, Jazz gratis zu hören. Konzerte mit Eintritt sind vor allem dem älteren Publikum noch etwas wert.» Diese Entwicklung, die sich auch in den teils beschämend kleinen Kollektenerlösen widerspiegelt, ist für Anlässe wie die Aescher Jazz Night ein Problem, die auf ein hohes Niveau setzt. «Zudem kommen die Menschen durch den medialen Einheitsbrei kaum mehr mit älterem Jazz in Kontakt», sagt Ducret.

Eine qualitativ hochstehende Formation kostet, und dies umso mehr, wenn sie von der französischen Riviera stammt. Les Jazzticots sind praktisch ein erweitertes Familienunternehmen um den Sousaphonisten Jean Marcel Tropez. Vor einigen Jahren löste die Formation in der Trotte Münchenstein Begeisterungsstürme aus. Ob und wie lange sie noch in der Schweiz zu hören sind, ist fraglich, denn Aurelie Tropez (Klarinette/Saxophon) ist daran, in Frankreich als Solistin durchzustarten. Nur schon ihre enorme Virtuosität und musikalische Präsenz lohnen den Besuch der 30. Jazz Night am Samstag. Vor Les Jazzticots spielen The Glug Glug Five, eine top Old-Dixielandband aus dem Kanton Bern, die 1991 gegründet wurde. Sie ist in der Schweizer Jazzszene spätestens seit dem «Best of Prix-Walo-Sprungbrett» 1996 eine feste Grösse.

«Ohne Fremdgeld liessen sich die Jazz Nights nicht finanzieren», sagt Ducret, «die Gemeinden Aesch und Pfeffingen beteiligten sich und der Kanton bürgt mit einer Defizitgarantie.» Der renommierte Jazz Club Aesch-Pfeffingen verleiht zum 24. Mal die sogenannte Goldene JAP-Note. Auch dieses Jahr wird sie von der jazz-begeisterten Baselbieter Regierungsrätin Sabine Pegoraro überreicht.

Regelmässig auch Jazz-Brunch

Preisträger ist Konzertveranstalter und Bandmanager Albi Matter, der das Country Music Festival Albisgütli in Zürich organisiert. Matter war ursprünglich bei Ex Libris für den Ein- und Verkauf von Schallplatten und Büchern verantwortlich und leitete einen Zürcher Club. Er kam zur Überzeugung, dass sich in der Schweiz niemand für Country interessiere und organisierte 1985 das erste Country Music Festival. Für seine Verdienste wird er nun mit der begehrten Trophäe aus Aesch/Pfeffingen geehrt.

Neben der alljährlichen Jazz Night veranstaltet der JAP an jedem 3. Sonntag im Monat im Chesselisaal des Gasthofs Mühle Aesch einen Jazz-Brunch, der um 10 Uhr mit dem Brunchbuffet beginnt. Für Nicht-Mitglieder kostet das Konzert inklusive Brunch 50 Franken, das Konzert allein 25 Franken. Mitglieder geniessen 5 Franken Ermässigung. Am 28. Oktober wird im Schloss-Chäller der bekannte Boogie-Woogie-Pianist Frank Muschalle auftreten, am 20. November in der Mühle Thomas Scheytt, einer der besten zeitgenössischen Boogie- und Blues-Pianisten.

Jazz Night, Löhrenackerhalle Aesch, Samstag, 23. April 2016, 20 Uhr;
Restauration ab 18.30 Uhr.

Tickets Konzert: Fr. 45.–; Kombi Konzert und Essen: Fr. 79.–. Tickets: Copy Shop Aesch oder ticket-corner.ch.

www.jap.ch