Jahrelang wurde mit dem Argument, es gäbe zu wenig Blut, zur Spende aufgerufen. Nun will das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) wegen rückläufiger Nachfrage der Spitäler rund zehn Prozent weniger Blut abzapfen. Bessere Technik bei den Operationen in den Spitälern und längere Wartezeiten vor dem Verabreichen von Spenderblut, seien für die Entwicklung verantwortlich, sagte Rudolf Schwabe, Chef des SRK-Blutspendediensts gegenüber Radio SRF am Dienstag.

In Basel ist die Situation allerdings anders. Zwar bemerkte auch das Blutspendezentrum beider Basel einen leichten Rückgang in der Nachfrage seit 2012, wie das Zentrum auf Nachfrage mitteilt. Dennoch habe es in den beiden Basel zu wenig Spenderblut, um den Bedarf der regionalen Spitäler zu decken. Knapp die Hälfte der benötigten Blutkonserven müssen aus den Kantonen Bern, Neuenburg, Jura und Graubünden dazugekauft werden. In Basel würden nun die Zukäufe und nicht die Spenden reduziert.

«Zwischen Stadt und Land gibt es zweierlei Gefälle», erklärt Rudolf Schwabe gegenüber der bz. Zum einen werde in ländlichen Gebieten mehr gespendet als in den Städten. Dafür sei in den Zentren der Verbrauch höher, vor allem wegen der grossen Spitäler. «Basel und Genf sind als Grenzstädte zudem in einer speziellen Lage», sagt Schwabe, da aus dem angrenzenden Ausland zwar Verbraucher aber keine Spender kämen.

Doch wie nachhaltig ist der Rückgang an Blutbedarf wirklich? Vorläufig werde es sich vermutlich auf diesem Niveau stabilisieren, glaubt Schwabe. «Aber Spenderblut ist nur kurzlebig. Das ist ja das Dilemma», ergänzt er, daher brauche es in der Schweiz täglich immer noch mehr als 1000 Spender. In fünf Jahren wird der Verbrauch wegen der demografischen Entwicklung wieder steigen, vermutet Schwabe. «Ältere Menschen brauchen mehr Blut.» (edi)