Jetzt schenkt es wieder ein: In den Kantonen Basel-Stadt und Baselland beläuft sich der Aufschlag in der obligatorischen Krankenversicherung (OKP) im Schnitt auf 4,3, respektive 4,9 Prozent für Erwachsene. Damit liegt er über dem schweizweiten Durchschnittsaufschlag von 4 Prozent. Die Durchschnittsprämie für das Standardmodell mit der Minimalfranchise von 300 Franken inklusive Unfalleinschluss beträgt in Basel neu 591.8 Franken. 2017 sind es 567.3 Franken. 2018 sind es im Kanton Baselland 511.7 Franken gegenüber 488 Franken in diesem Jahr.

In den beiden Basel steigen die Prämien für Kinder um je 4,7 Prozent an. Junge Erwachsene im Alter von 18 bis 26 Jahren zahlen in Basel 5,1 und in Baselland 5,5 Prozent mehr.

Bundesrat Alain Berset: „Wir müssen weiter kämpfen“

Bundesrat Alain Berset: „Wir müssen weiter kämpfen“

Die Krankenkassenprämien steigen im nächsten Jahr um durchschnittlich 4 Prozent. Bundesrat Alain Berset erklärt die Gründe und sagt, welche weitere Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen nötig sind.

Ob Ihr Krankenversicherer teurer oder günstiger ist, können Sie in der Tabelle nachsehen. Den höchsten Aufschlag in Basel hat die KK Sumiswalder mit 15 Prozent.  Das günstigste Angebot hat die Assura , das teuerste die Kolping. Wer von der teuersten zur billigsten Kasse wechselt, spart beim Standardmodell aufs ganze Jahr hochgerechnet 3913 Franken.

Auch in Liestal, das zur teuersten Prämienregion des Kantons Baselland zählt, schlägt die Sumiswalder mit 15 Prozent am meisten auf. Am günstigsten ist die Assura, am teuersten die Mutuel. Wer von der teuersten zur billigsten Kasse wechselt, spart beim Standardmodell aufs ganze Jahr hochgerechnet 1471 Franken.

Es lohnt sich also abzuklären, wie viel weniger Sie nach einem Kassenwechsel zahlen müssen. 

Insgesamt gilt auch für das kommende Jahr: Je nach Kasse, gewählter Franchise und Versicherungsmodell sind die Aufschläge mehr oder weniger happig. Wie viel mehr Sie bezahlen müssen, können sie auf Internetvergleichsdiensten wie bonus.chcomparis.chmoneyland.chpriminfo.chswupp.chverivox.ch oder vzonline.ch nachsehen. Über die telefonische Hotline des Bundesamts für Gesundheit (058 464 88 01) oder per E-Mail (priminfo@bag.admin.ch) können Sie die kantonalen Prämienübersichten in Papierform bestellen.

So sind Sie pünktlich

Zögern Sie nicht, den Versicherer zu wechseln, wenn Sie damit Geld sparen können: Jede Kasse muss Sie in die Grundversicherung aufnehmen – ungeachtet Ihres Alters oder Gesundheitszustands. Ein Wechsel ist einfach: Briefvorlagen finden sich auf Internet-Vergleichsdiensten. Die per Einschreiben versandte Kündigung sollte spätestens am Montag, den 27. November, beim Versicherer eintreffen.

Bei Zusatzversicherungen ist der Kündigungstermin meist der 30. September. Diese dem Privatrecht unterstellten Angebote sollten erst gekündigt werden, wenn die Kasse Ihrer Wahl bestätigt, Sie zu gleichen Bedingungen aufzunehmen. Einen Aufnahmezwang gibt es nicht. Daher müssen Sie – im Gegensatz zur Grundversicherung – bei einem Aufnahmegesuch Fragen zum Gesundheitszustand beantworten.

Wer die Zusatzversicherung nicht wechseln kann oder will, sollte zumindest prüfen, ob er einen anderen, günstigeren Grundversicherer wählen will.

So sparen Sie Prämien

Mit der Wahl von höheren Franchisen oder alternativen Modellen lässt sich Prämien sparen. Weil das Bundesamt für Gesundheit (BAG) von den Krankenversicherern verlangt, vor der heutigen Pressekonferenz keine Informationen über die zukünftigen Prämien in der Grundversicherung zu veröffentlichen, machten nicht alle Krankenversicherer mit mehr als 100'000 Kunden Angaben über die Höhe ihrer Rabatte. Ein Grund mehr, die Angebote genau zu vergleichen. Das ist das Sparpotenzial in der OKP:

  • Unfalldeckung: Arbeiten Sie mehr als acht Stunden pro Woche für den gleichen Arbeitgeber, sind Sie gegen Unfall versichert. Daher können Sie diese Deckung in der Grundversicherung ausschliessen. Sparpotenzial: bis 7 Prozent. Bei der Agrisano, der KPT und Sympany Moove beläuft sich der Rabatt auf 5 Prozent. Bei der Concordia sind es 5,1 Prozent. Die Aquilana gewährt 6 Prozent.  Bei der CSS Gruppe, der EGK, der Groupe Mutuel, der Helsana-Gruppe, der ÖKK, der Swica und bei den meisten Sympany-Grundversicherern gibt es je 7 Prozent.

  • Franchise-Erhöhung: Wer seine Franchise freiwillig von 300 auf 500 bis 2500 Franken erhöht, zahlt bis zu 1540 Franken weniger. Nicht alle Kassen gewähren den vollen Rabatt. Ob sich das erhöhte Risiko für Sie auszahlt, erfahren sie auf den Webseiten der Internetvergleichsdienste. Wer seine Franchise erhöht, sollte den entsprechenden Betrag plus den maximal möglichen Selbstbehalt von 700 Franken angespart haben. Eine hohe Franchise rechnet sich meist nur für Gesunde. Für Kinder sollten keine Franchisen gewählt werden. Sie sind zu oft krank. Wer auf 2018 die Franchise erhöhen möchte, kann dies der Kasse bis Mitte Dezember mitteilen. Wer eine tiefere wählt, muss dies bis zum Montag, 27. November, melden.

  • Sparmodelle: Je stärker Sie Ihre freie Arztwahl einschränken, desto höher ist in der Regel der Rabatt auf der Krankenkassenprämie. Denn mit diesen Managed-Care-Modellen lassen sich unnötige Behandlungen vermeiden. Bei Telefonmodellen rufen Sie vor jedem Krankheitsfall zuerst ein Callcenter an. Medizinisch geschultes Personal klärt Sie darüber auf, was Sie unternehmen müssen. Sie können auch einen Hausarzt oder eine Gruppenpraxis (HMO) als Anlaufstelle wählen. Ausser bei Notfällen muss diese oder der Hausarzt im Krankheitsfall jeweils als Erstes kontaktiert werden. Informieren Sie sich vor dem Abschluss eines solchen Modells genau über die Regeln, die sie einhalten müssen.

Das BAG verlangt von Krankenversicherern den Nachweis, dass der Rabatt durch effektiv erzielte Kosteneinsparungen gerechtfertigt ist. Dies führt dazu, dass Kassen unterschiedlich hohe Rabatte anbieten. Deswegen lohnt es sich, vor dem Abschluss eines solchen Modells die Prämien genau zu vergleichen.

Die Bandbreite der Rabatte belaufen sich – je nach Modell – auf bis zu 22 Prozent (Swica).

Wichtig: All diese Rabatte können nur bedingt kumuliert werden. Die Kasse muss gemäss BAG eine Minimalprämie von 50 Prozent der Grundversicherungsprämie mit einer Franchise von 300 Franken inklusive Unfalleinschluss der Prämienregion des Versicherten verlangen. Sie können also ihre Prämie höchstens um die Hälfte der in der Tabelle aufgeführten Prämie eines Versicherers optimieren.

  • Sistierung wegen Militärdienst: Wer mehr als 60 Tage hintereinander Militärdienst leistet, kann die Grundversicherung aussetzen. Dafür muss der Kasse mindestens acht Wochen vor dem Einrücken ein entsprechender Nachweis zugesandt werden.

  • Prämien im Voraus bezahlen: Wer seine Krankenversicherungsprämien jährlich oder halbjährlich bezahlt, erhält bis zu zwei Prozent des Rechnungsbetrags als Skonto. Angaben darüber finden Sie auf der Internetseite Ihres Versicherers. Oder rufen Sie diesen an.

  • Prämienverbilligung: Personen mit einem tiefen Einkommen haben Anrecht auf eine Prämienverbilligung von ihrem Wohnkanton. Informationen darüber erhalten Sie bei den Sozialdiensten Ihres Wohnorts oder bei kantonalen Ausgleichskassen.  

Zusatzversicherung: Keine Prämienanpassungen planen die Agrisano, die Aquilana – abgesehen von Altersumstufungen – sowie die Groupe Mutuel und die Swica. Dies gilt in der Nordwestschweiz auch weitgehend für die EGK und die KPT. Bei  Sympany sind mehrheitlich keine Anpassungen bei den Spitalzusätzen halbprivat/privat zu erwarten. Bei der Helsana-Gruppe sinken die Prämien für viele Kunden von sogenannten kleinen Zusätzen. Hingegen erhöht der Versicherer "selektiv" die Prämien von Spitalzusätzen wie Halbprivat/Privat. Die CSS-Gruppe schlägt bei den Spital-Zusatzversicherungen um rund 4 Prozent auf, die Concordia um bis zu 4,5 Prozent beim Zusatz Spital privat und um bis zu 8 Prozent beim Zusatz Spital halbprivat. Bei der ÖKK steigen die Prämien – je nach Produkt – um 5 bis 10 Prozent an.