Herr Cedro, was ist speziell am Römerhof?

Alfonso Cedro: Die Qualität unserer Produkte. Die Menschen, die in ein Restaurant gehen, achten immer auf einen möglichst tiefen Preis. Dadurch kaufen die Gastwirte die günstigsten Produkte, bieten ihren Gästen aber überhaupt keine qualitativ hochstehenden Zutaten an. Gerade Grundprodukte wie Mehl, Mozzarella oder Schinken müssen eine gute Qualität haben, damit ein tolles Gericht entsteht. Deshalb investiere ich lieber mehr in ein Produkt. Bevor ich ein Produkt definitiv bestelle, probiere ich es auch immer zuerst. Ich kaufe zum Beispiel zehn verschiedene Mozzarellas von unterschiedlichen Lieferanten und probiere sie mit meinem Team.

Was haben Sie zuletzt probiert?

Als Letztes haben wir gleich ein ganzes Gericht degustiert. Wir kosteten das Gericht Insalata di Polpo, ein Tintenfischsalat mit Meeresbohnen und Peperoni. Das Ergebnis: Es ist super. Das Menü kommt nun auf unsere Sommer-Spezialitätenkarte.

Was erwartet die Gäste sonst noch, die im Sommer Ihr Restaurant besuchen?

Im Sommer bieten wir viele leichte Menüs an: viel Fleisch und Salat. Vitello tonnato wird beispielsweise im Sommer immer gerne bestellt. Die Gäste können in den warmen Monaten vor allem auch von unserem tollen Garten profitieren: Man ist umgeben von einer grünen Landschaft, es herrscht eine italienische Atmosphäre, und in der Luft schwebt der Duft frischgebackener Pizzas. Im Sommer werden die Pizzas nämlich in der Pizzastation draussen gemacht. In unserer Lounge-Bar, die sich ebenfalls im Garten befindet, können während der Fussball-WM die Spiele geschaut werden. Unser Garten ist auch sehr praktisch für Familien.

Weshalb gerade für Familien?

Weil der Garten sehr gross ist und es einen Spielplatz mit Karussell, Schaukel und Trampolin gibt. Die Eltern haben hier immer den Überblick über ihre Kinder und sind auch froh, dass der Garten geschützt ist und keine Strasse in der Nähe ist.

Wer kommt sonst noch zu Ihnen? Kommen auch Touristen, die Augusta Raurica besuchen?

Es kommen Gäste aus jeder Altersklasse, aber eben - der Römerhof wird von vielen Familien besucht. Touristen von Augusta Raurica kommen nicht viele. Die Römerstadt wird von vielen Schulklassen besucht, und diese nehmen ein Picknick zur Verpflegung mit. Wir haben etwa 95 Prozent Stammgäste, die aus der Region stammen. Die meisten kennen mich von meinen früheren Restaurants. Von ihnen bekomme ich immer wieder zu hören, dass unsere Pizzas die besten in der Region sind.

Sie haben schon an einem anderen Ort ein Restaurant geführt?

Ja, ich bin seit 30 Jahren im Gastgewerbe tätig. Von 1990 bis 1997 habe ich zehn Restaurants als Pächter übernommen. Damals gab es noch nicht so einen Restaurant-Boom. 1997 wurde dann die Bedürfnisklausel für Gaststätten aufgehoben. Somit konnte an jeder Ecke eine Gaststätte eröffnet werden. Dadurch gab es plötzlich mehr Konkurrenz, vor allem auch billige Fast-Food-Restaurants. Den Römerhof hatten wir 1990 gekauft. Weil es unser Eigentum war, beschlossen wir, uns nur auf dieses Restaurant zu konzentrieren. Ich hatte nicht mehr den Überblick über alle Restaurants und habe viel Geld verloren.

Wie viele Menüs bieten Sie an?

40 verschiedene Pizzas und 25 Pasta-Gerichte. Die Teigwaren sind hausgemacht.

Weshalb sind Sie Gastwirt geworden?

Eigentlich bin ich gelernter Laborant. Ein Freund fragte mich einmal, ob ich am Abend ab und zu in seinem Restaurant aushelfen könnte. Dies tat ich und bekam plötzlich Gefallen an dem Beruf. 1982 habe ich dann das Wirtepatent absolviert, 1983 eröffnete ich mein erstes Restaurant in Birsfelden.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

Mir gefällt der persönliche Kontakt zu meinen Gästen, und dass ich selbst entscheiden kann, was ich gerade machen möchte. Meistens helfe ich aber dort aus, wo es gerade Hilfe benötigt: im Service, als Koch oder als Pizzaiolo.