Diplomatisch und moderat formulierte Roger Chalon an der Gemeindeversammlung seinen Unmut über das Vorgehen des Stadtrates in Sachen Vandalismus. «Ich bin gar nicht glücklich, dass der Stadtrat unseren Antrag betreffs Bekämpfung des Vandalismus schon abschreiben will», erklärte er. Er erwarte vom Stadtrat ein Konzept, wie gegen Vandalismus und die Schmierereien in Laufen vorgegangen werde. Sein Mitstreiter Matthias Imhof fand es frustrierend, dass seit der Eingabe ihrer Petition im Juni 2012 noch nichts geschehen sei. Er stellte dann auch gleich den Gegenantrag, das Geschäft betreffend Vandalismus nicht abzuschreiben. Thomas Mottl wies zudem darauf hin, dass die Sauerei am Bahnhof Laufen immer schlimmer werde.

Konzept erarbeitet in Arbeitsgruppe

Die zuständige Stadträtin Julia Nufer wehrte sich energisch und legte klar, dass sie in einer Kerngruppe mit dem Stadtpolizist und dem Stadtverwalter ein Konzept erarbeitet habe. Es würden jetzt verschiedene Arbeitsgruppen ins Leben gerufen, die je nach Thema mit den entsprechenden Fachleuten aus der Polizei, Jugendarbeit, Prävention und weiteren Stellen ergänzt würden. Die drei Petitionäre Roger Chalon, Matthias Imhof und Ernst Horn seien ebenfalls eingeladen, in diesen Arbeitsgruppen mitzumachen. Es liege in der Kompetenz des Stadtrates, die entsprechenden Vollzugsverordnungen zu erlassen und deshalb sei der Antrag der drei Herren abzuschreiben. Die Gemeindeversammlung widersprach mit 20 zu 16 Stimmen dieser Auffassung und will die leidige Pendenz bis zur ordentlichen Erledigung bearbeitet wissen.

Videokameras im Schwimmbad

Der Aufstellung von zwei Videokameras im Schwimmbad Nau stimmte die Versammlung zu. Je mit einer Kamera wird das Schwimmbecken und die Eingangskasse überwacht. Ein Reglement sorgt für die Berechtigung der Einsichtnahme und der Aufbewahrungsdauer.

Stadtrat Linard Candreia orientierte über die Sozialberatung im Laufental. Die Arbeitsgruppe um Franz Meyer aus Grellingen hat die bisherige Struktur gestrafft und in drei Sozialhilfebehörden zusammengefasst. Candreia forderte die Laufner auf, ihren Austrittsbeschluss vom Oktober 2011 zu revidieren und der neuen Organisation wieder beizutreten. FDP- Parteipräsident Roland Mamie unterstützte das Anliegen, machte aber die Zwängerei des Stadtrates dafür verantwortlich, dass kostbare Zeit verloren ging. Eine konstruktive Lösung wäre schon vor zwei Jahren möglich gewesen.

Wie Gemeindepräsident Alexander Imhof darlegte, kommt das Debakel um die Basellandschaftliche Pensionskasse (BLPK) die Stadt teuer zu stehen, in den nächsten 40 Jahren müsste Laufen jährlich 700 000 Franken nachschiessen. Er warb dafür, die Gemeinde-Initiative zu unterstützen, worin der Kanton Basel-Landschaft aufgefordert wird, die Sanierung über fünf Milliarden Franken selbst an die Hand zu nehmen und nicht den Gemeinden zu überlassen. «Wie auch immer der Fall gelöst wird, der Baselbieter Steuerzahler muss das Loch stopfen», meinte Georg Schnell. Der anwesende Landratspräsident Jürg Degen, der in seinem Präsidialjahr zwölf Gemeindeversammlungen besucht und zudem das Laufental kennenlernen will, konnte an diesem Abend ein Stück Direktdemokratie miterleben.

Für Schmunzeln sorgte Versammlungsleiter Daniel Scholer, der die ehemalige Präsidentin Brigitte Bos aufforderte darüber zu wachen, dass Jürg Degen nicht ins Abstimmungsprozedere eingreife!