Eishockey ist bei den Herren eine der Schweizer Topsportarten. Ähnlich dem Fussball haben die Frauen trotz Erfolgen und grossen Bemühungen Probleme, sich vom Image einer Randsportart wegzubewegen. Das betrifft die rare Eiszeit für Trainings, die Sponsoren oder auch die Medienpräsenz. In der Region verfügen der EHC Basel/KLH (C-Kategorie) und der EHC Laufen (B) über Frauenteams.

Dank dem Support von Laufens Präsident Walter Winteler, dem aktuellen Trainer Christian Ruth und René Gamper, zuständig für die Jüngsten im Verein, reiten die Laufnerinnen derzeit auf einer Erfolgswelle. Vor wenigen Tagen qualifizierten sie sich erstmals für die Playoffs der Kategorie B und jetzt wird in Laufen nicht nur der erste gesamtschweizerische Cupsieger ermittelt, sondern die Baselbieterinnen können dank sportlicher Qualifikation gar aktiv um den Pokal mitspielen.

Es ist für alle eine Genugtuung, denn die Frauen erhalten nicht nur positive Rückmeldungen im Verein. Über den Sinn, eine Frauenequipe zu stellen, wird immer mal wieder diskutiert. Nicht dass man generell etwas gegen Hockey spielende Frauen und Mädchen hätte, aber es geht knallhart um Eiszeit. Deshalb haben die Frauen auch nur ein Training pro Woche, was, so Christian Ruth, ganz klar zu wenig ist. «Wir haben diesbezüglich gegenüber vielen anderen Teams Nachteile bei Kondition und Automatismen.»

Vier Teams an einem Ort

Mit dem «Final Four» – die letzten vier Teams küren an einem Ort den Cupsieger – geht der Schweizer Eishockeyverband einen neuen Weg. «Auf diese Art wurde vor zwölf Jahren bereits der Meister gekürt. Diese Idee wollen wir wieder aufleben lassen», meint André Weber, Projektleiter beim Verband. Erstmals gibt es nur noch einen Cupsieger und der Wettbewerb war für alle Teams aus den drei Kategorien offen. 21 Vereine nutzten diese Chance. Geblieben sind für das kommende Wochenende die ZSC Lions, Université Neuchâtel, Reinach AG und Laufen. Heute eröffnet Gastgeber Laufen um 17.15 Uhr mit dem ersten Halbfinal gegen die Neuenburgerinnen den Anlass. Um 20.15 Uhr wird mit ZSC Lions gegen Reinach der zweite Finalist ermittelt. Am Sonntag folgt um 14 Uhr das Spiel der beiden Halbfinalverlierer um die Bronzemedaille und um 17 Uhr der Final.

Aufgrund der aktuellen Saison sind die Zürcherinnen der klare Favorit. Mit nicht weniger als zehn aktuellen Nationalspielerinnen stellt das Team von Trainerin Daniela Diaz, die seit Anfang Dezember und zumindest bis Ende Saison auch das Nationalteam coacht, die stärkste Equipe. Sechs Spielerinnen holten an den Olympischen Spielen in Sotschi 2014 die unerwartete Bronzemedaille. Doch auch bei Neuchâtel (2) und Reinach (die Baslerin Sandra Thalmann) findet man Spielerinnen mit jener Auszeichnung. Die Lions holten sich in der Kategorie A Rang eins in der Qualifikation und schlossen am Mittwoch mit einem 8:1-Erfolg gegen Reinach auch die Masterround auf Platz eins ab. Hinter dem letztjährigen Meister Lugano kam Uni Neuchâtel auf Platz drei. Reinach wurde Fünfter.

Laufen in Underdog-Rolle

Obwohl viele Funktionäre betonen, dass im Cup alles möglich sei, sind die Positionen doch klar bezogen. Laufens Trainer Christian Ruth nimmt es gelassen. «Wir haben diese Saison die wichtigsten Spiele gewonnen, sodass uns nichts mehr erschüttern kann. Mir passt die Underdog-Rolle und wir wollen die beiden Spiele vor allem geniessen. Von uns verlangt keiner den Cupsieg.» Seitens des Gastgebers hat man alles unternommen, dass der Anlass in der Erinnerung haften bleibt. Mit Marktständen und Attraktionen will man Publikum nach Laufen locken und ihm auch etwas bieten.