Eine Woche nach Ostern fliegen vielerorts im Baselbiet und im Schwarzbubenland wieder Eier durch die Luft. Der Frühlingsbrauch des Eierleset wird am Sonntag auch in Oberwil zahlreiche Leute auf die Strasse locken – dabei starb der Anlass dort vor zehn Jahren eigentlich aus. Ein achtköpfiges OK rund um Martin Gschwind wagt nun dieses Jahr einen Wiederbelebungsversuch.

Herr Gschwind, weshalb haben Sie ein neues Eierleset auf die Beine gestellt?

Martin Gschwind: Der Turnverein hat die Organisation des Eierleset vor zehn Jahren wegen eines Mangels an Helfern aufgegeben. Ich habe mir jetzt gesagt: Es kann nicht sein, dass immer mehr solche Anlässe wegen Personalmangel aussterben – dagegen muss man etwas machen. Den Brauch des Eierleset, den es in all den Gemeinden rund um Oberwil noch gibt, müssen auch wir aufrechterhalten.

Haben Sie dabei grosse Unterstützung erfahren?

In kürzester Zeit habe ich sieben Kollegen gefunden, welche mit mir die Organisation übernehmen. Auch die Gemeinde ist sehr kooperativ und unterstützt uns, etwa beim Einholen der Bewilligungen oder bei der Organisation der Sperrung der Hauptstrasse während der Veranstaltung.

Die Suche nach Teams, die zum Eierleset antreten, gestaltet sich aber schwierig.

Am Anfang schon. Ich hatte 20 Sportvereine angeschrieben – aber nur vom Handballclub eine Zusage erhalten. Alle anderen hatten entweder abgesagt oder sich gar nicht gemeldet. Mittlerweile haben wir aber drei Juniorenteams, drei Aktivmannschaften und sechs Plauschteams – darunter drei Fasnachtscliquen und die Feuerwehr – zusammen. Ausserdem tritt das Wohnheim Rebgarten mit zwölf Personen und zwölf Begleitern an.

Sie künden den Anlass als erstes neues Eierleset an. Weshalb?

Der Brauch ist alt, unsere Umsetzung aber unterscheidet sich von jener, die man noch von früher aus Oberwil kennt. Dort ging es zum Beispiel eher ums Rennen, während wir eine Art anspruchsvolle Stafette vorgesehen haben. Zudem gab es früher keine Plauschkategorie.

Wird das erste neue Eierleset ein Erfolg?

Ja! Wo immer ich hinkomme, ist das Eierleset ein Thema. Deshalb rechne ich mit vielen Zuschauern. Im Moment mache ich mir sogar Sorgen: Wir könnten derart überrannt werden, dass die Getränke knapp werden. Eier wird es aber auf jeden Fall genug haben.

Eierleset Oberwil Sonntag, 23. April, 14 Uhr, Hauptstrasse. Weitere Infos im Netz: www.eierlest-oberwil.ch