Begeisterungsstürme vermag der Planetenweg im Laufental keine mehr auszulösen. Mit einer Länge von rund 14 Kilometern ist der Pfad für gemütliche Familienwanderungen kaum geeignet. Die Witterung hat an den Himmelskörpern ihre deutlichen Spuren hinterlassen. Es besteht kein Zweifel: Die Touristenattraktion aus den Siebzigern ist in die Jahre gekommen.

Strecke ist nur noch halb so lang

Dieser Umstand ist auch dem Verkehrsverein Laufen bewusst. Der Verein hat den Planetenweg einst ins Leben gerufen und betreut ihn seither. Um wieder mehr Wanderer anzulocken, unterzieht der Vereinsvorstand den Weg einigen radikalen Veränderungen.

Die Strecke des Planetenwegs wird bald massiv kürzer. Die aktuellen Gestirne verschwinden und an ihre Stelle treten Kunstwerke, die den Planeten nachempfunden sind. Läuft alles nach Plan, stapfen schon im nächsten Sommer die ersten Menschen über den neuen Weg.

«Der Planetenweg soll ein Rundwanderweg werden, der von einer Familie mit Kindern mühelos bewältigt werden kann», erklärt Felix Stähli, Präsident der Verkehrsvereins Laufen. Deshalb ist die gesamte Route nur noch gut sechs Kilometer lang und führt von Laufen über Bärschwil Bad und wieder zurück. Bis anhin endete sie bei der Station Liesberg, wo die Wanderer den Bus nehmen mussten, um nach Laufen zurückzukehren.

Der bisher geltende Massstab 1:1 Milliarde bleibe trotz der Verkürzung bestehen, versichert Stähli. Die Distanzen zwischen den Planeten seien dazumal mit dem Zirkel ausgehend von der Sonne bestimmt worden. Somit stimmen sie zwar als Luftlinie, jedoch nicht als effektive Wegstrecke. «Beim neuen Rundwanderweg werden hingegen die Distanzen durch die abgelaufene Wegstrecke definiert.»

Bei den Planeten wird sich wie bisher eine Tafel mit Informationen zum jeweiligen Gestirn befinden. Ausserdem hat Vorstandsmitglied Tanja Rainone ein Märchen für Kinder geschrieben, von dem an jeder Station ein kurzer Teil zu lesen sein wird. Via QR-Code können sich die jungen Wandererinnen und Wanderer zusätzlich das Märchen als Hörbuch zu Gemüte führen. Die erzählte Geschichte befasst sich mit den Planeten und zielt darauf ab, den Weg auch für Kinder attraktiver zu gestalten.

30'000 Franken vom Kanton

Obwohl die verkleinerten Modelle der Planeten im Laufe der vergangenen vier Jahrzehnte hin und wieder ersetzt werden mussten, hat sich an ihrer Form nichts verändert. Mit der Konsequenz, dass die Miniplaneten mittlerweile praktisch jedem und jeder im Laufental bekannt sind und nicht mehr zu fesseln vermögen.

Um das zu ändern, hat der Verkehrsverein Laufen entschieden, die Himmelskörper neu gestalten zu lassen. «Wenn wir unseren Planetenweg schon erneuern, dann machen wir es gleich richtig», sagt Felix Stähli. Der in Röschenz wohnhafte Künstler Stefan Schnell hat in den letzten Monaten für jeden Planeten ein Kunstobjekt aus Stahl und Stein entworfen. «Diese Exponate sollen den Weg neu auch für kunstinteressierte Personen spannend machen», so der Präsident des Verkehrsvereins Laufen. Die Planeten werden aus einem farblich passenden Naturstein hergestellt und in einen geschwungenen Stahlkörper eingepasst.

Bevor sich der Künstler jedoch daran machen kann, seine Entwürfe umzusetzen, muss zuerst die Finanzierung des Projektes sichergestellt sein. «Wir sind auf einem guten Weg», sagt Felix Stähli. Von den benötigten 80 000 Franken hat der Verein mittlerweile rund die Hälfte beisammen. Mehrere Sponsoringanfragen seien derzeit hängig und weitere Gönner willkommen.

Mit 30'000 Franken unterstützt Baselland Tourismus die Erneuerung des Planetenwegs. «Genau für solche Projekte gibt es den Gasttaxenfonds Baselland», sagt Tobias Eggimann, Geschäftsführer von Baselland Tourismus. Der Weg in Laufen sei einer von nur wenigen Planetenwegen in der Schweiz. «Er ist noch immer eine der grössten Attraktionen des Laufentals.» Er erhoffe sich, dass der Tourismus im Tal durch das Facelifting des Wegs neue Impulse erhalte.