«Es gab durchaus konkrete Ergebnisse; aber es hat nicht viele Spuren hinterlassen», sagt Tobias Eggimann, Geschäftsführer Baselland Tourismus, über das Interreg-Projekt «Erlebnisraum Hochrhein», das nun nach knapp vier Jahren Laufzeit seinen Abschluss findet. Ziel des Projekts war es, die touristischen Angebote zusammenzufassen und Vorschläge zu einer stärkeren touristischen Vermarktung zu erarbeiten. Im Gegensatz zur Bodenseeregion, die bereits seit 30 Jahren ein gemeinsames Marketing betreibt, ist dies das erste derartige Projekt am Hochrhein. Neben Workshops und statistischen Erhebungen stellen ein Flussführer für Paddler, eine Radkarte sowie ein Infoblatt über Burgen konkrete Ergebnisse des Projekts dar.

Baselland war im «Erlebnisraum Hochrhein» Partner der Kantone Aargau, Zürich und Schaffhausen sowie der deutschen Landkreise Lörrach und Waldshut, die alle Anrainer des Hochrheins zwischen Basel und Konstanz sind.

Ein unbekannter Raum

Und genau da liegt für Eggimann das Hauptproblem: «Der Raum Hochrhein existiert in den Köpfen der Schweizer nicht. Deshalb wird es enorm schwierig sein, dafür eine Marke zu schaffen.» Für die Schweizer sei der Rhein die Grenze und werde nicht als ein Raum beiderseits des Flusses wahrgenommen. «Die Bedürfnisse der einzelnen Regionen sind zu heterogen», urteilt Eggimann. Entsprechend habe das Projekt seiner Meinung nach auch «Inputs vor allem für die deutschen Anbieter gebracht». Neben diesem grundsätzlichen Problem sieht Eggimann aber auch zu wenig Anbieter im Wassertourismus, um den Hochrhein als eine eigene Destination zu bewerben.

Baselland muss Prioritäten setzen

Eggimanns Skepsis mag aber auch daran liegen, dass der Kanton Baselland, der als Teil der Regio Basiliensis an dem Projekt teilnahm, mit Schweizerhalle und Augst tatsächlich einen sehr überschaubaren Anteil am Hochrhein hat: «Die touristische Bespielung des Rheins ist im Baselbiet nicht so ausgeprägt.» Ausserdem sei es der politische Wille, dass Baselland Tourismus seine Ressourcen konzentriert verwende und Prioritäten setze. Das bedeute aber keine Abkehr vom überregionalen Denken: «Kein Tourist kommt hierher nur wegen des Baselbiets; das ist uns bewusst.»

Einen etwas anderen Blick auf die Ergebnisse des Projekts hat man bereits in Rheinfelden, wo der Rhein naturgemäss eine wichtigere Rolle im Tourismus spielt. Zwar definiere sich auch Rheinfelden nicht über den Hochrhein, sagt die Leiterin des Stadtbüros, Stéphanie Berthoud, sondern eher über die Nähe zu den Grossstädten Basel und Zürich. Dennoch sei es «sicher spannend zu erfahren, wie viele Angebote es gibt im Gebiet». Für Berthoud ist es wichtig, «jetzt dranzubleiben» und die Restmittel zu nutzen. Allerdings denkt auch sie in Zukunft eher daran, die gute Zusammenarbeit mit Badisch-Rheinfelden zu intensivieren und vielleicht Zwei-Tages-Angebote zwischen Rheinfelden und Laufenburg zu etablieren.

«Schade, wenn Arbeit verpuffte»

Die Hochrheinkommission (HRK) mit Sitz in Waldshut-Tiengen übernahm als langjährige Institution zwischen Baden-Württemberg, Aargau und Schaffhausen die Trägerschaft für den «Erlebnisraum Hochrhein». Deren Geschäftsführer Mirko Bastian kennt die schweizerischen Bedenken: «Es wäre schade, wenn die Arbeit jetzt einfach verpuffte. Aber es ist klar, dass die inhaltliche Arbeit nun von den Touristikern, Dienstleistern und Gemeinden kommen muss.» Dazu seien im Laufe des Projekts 26 Massnahmenvorschläge in einem Masterplan zusammengefasst worden.

Ziel des Projekts sei es aus seiner Sicht nicht gewesen, «auf eine gemeinsame touristische Destination Hochrhein hinzuarbeiten». Die Touristen müssen nicht unbedingt sagen «Mensch, wir waren am Hochrhein»; aber sie sollen einen Tag in Basel verbringen, einen Tag im Schwarzwald, einen Tag in Bad Zurzach und einen Tag am Rheinfall.

www.erlebnisraum-hochrhein.de