Da ist dem Baselbieter Sicherheitsdirektor Isaac Reber ein Fahndungserfolg erster Güte geglückt: Auf der Suche nach prominenten Unterstützern für sein Wiederwahl-Komitee konnte der Grüne gleich eine ganze Liste an bemerkenswerten Namen vorstellen – und dies ausgerechnet am Tag der Wahlkampfpräsentation des bürgerlichen Vierer-Tickets. Mit diesem zeitlich perfekt abgestimmten Coup stahl Reber gestern den vier bürgerlichen Kandidaten fast schon die Schau.

Die über die Region hinaus bekannteste Persönlichkeit, die Rebers Wiederwahl am 8. Februar sehen möchte, ist der in Böckten wohnende Schauspieler und Synchronsprecher Charles Brauer. Dass Brauer (79) von 1986 bis 2001 als Kommissar Peter Brockmöller zusammen mit Manfred Krug das legendäre, singende Hamburger TV-Tatort-Duo bildete, ist im Zusammenhang mit Rebers polizeilichem Tätigkeitsfeld ein witziger Nebenaspekt. «Wenn ich zusammen mit meiner Frau Hegi Lilot einen Grünen unterstütze, ist das bestimmt kein Zufall», verweist der kulturell vielfältig engagierte Brauer aber auf handfeste politische Überzeugungen.

Relevanter ist noch, dass als Co-Präsident der Reber-Freunde der frühere FDP-Regierungsrat Andreas Koellreuter fungiert. Koellreuter, der von 1991 bis 2003 der damaligen Justiz- und Polizeidirektion vorsass, musste laut eigenen Angaben nicht lange darüber nachdenken, als er vor rund einem Monat vom jetzigen Amtsinhaber die entsprechende Anfrage erhielt. «Seine Arbeit hat mich wirklich überzeugt. Es ist sehr dialogfähig, lösungsorientiert, integrativ und interpretiert seine Rolle in der Regierung sehr ähnlich, wie ich das früher getan habe», lobt Koellreuter den Sissacher. «Da habe ich mir gesagt, dass es sich lohnen würde, ihn im Wahlkampf zu unterstützen.»
Koellreuter gefällt besonders, dass Reber Ruhe in die Sicherheitsdirektion hineingebracht habe, obschon er 2011 ein schwieriges Amt mit unpopulären Dossiers wie der Auflösung der Bezirksschreibereien antreten musste. Selbst der Fall Arslan habe nichts an dieser Einschätzung geändert: «Reber vertraut seinen Mitarbeitern, was in diesem Amt unabdingbar ist. Wenn ein Fehler passiert, dann muss man eben hinstehen. Und genau das hat er getan.»

«Stehe zu meiner Meinung»

Gleichzeitig scheint der linke Groll wegen der Nichtberufung der Basler Basta-Grossrätin Sibel Arslan zur neuen Strafvollzugsleiterin nachzulassen. Mit Ständerat Claude Janiak und Fraktionschefin Kathrin Schweizer unterstützen zwei hochrangige SP-Vertreter den kürzlich noch Gescholtenen. «Rebers Verhalten im Fall Arslan fand ich zwar nicht ideal. Aber es fällt für mich nicht so ins Gewicht. Bei keinem Regierungsrat kann man hinter allem stehen, was er macht», urteilt Schweizer.

Neben Koellreuter sitzen noch weitere Persönlichkeiten aus dem bürgerlichen Parteienspektrum in Rebers Komitee. Dazu zählt FDP-Landrat Balz Stückelberger, der den Grünen sogar dem eigenen bürgerlichen Komitee vorgezogen hat: «Majorzwahlen sind Persönlichkeitswahlen, weshalb ich immer nur Einzelpersonen unterstütze. Reber hat mich persönlich angefragt. Selbstverständlich werde ich aber auch die vier Bürgerlichen wählen.» Wie bei Koellreuter ist Rebers Amtsführung für den Arlesheimer das entscheidende Argument: «Hinter seiner Arbeit und seiner Politik kann ich auch als Liberaler stehen. Das ist vielleicht ungewohnt, aber ich stehe zu meiner Meinung.»

Mit Alex Imhof (Laufen) und Giorgio Lüthi (Münchenstein) leisten nicht zuletzt zwei CVP-Gemeindepräsidenten Wahlhilfe: «Bei Reber zählt für mich die Person mehr als seine Partei. Er hat als Sicherheitsdirektor gute Arbeit geleistet», hält Laufens Stadtpräsident Imhof fest.