Irgendwie logisch – und doch unerwartet: Der am Sonntag wiedergewählte Grünen-Regierungsrat Isaac Reber übernimmt am 1. Juli die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD). Logisch ist diese kleine Rochade in der Verteilung der fünf Direktionen deshalb, weil der ausgebildete ETH-Raumplaner vom Fachwissen her fast schon prädestiniert ist für die Bereiche Verkehr, Bau und Raumplanung. Allerdings hat Reber vor den Wahlen betont, dass es ihm in der Sicherheitsdirektion (SID), die er seit 2011 führt, ausserordentlich gut gefalle. Polit-Auguren hielten daher einen Verbleib Rebers für wahrscheinlich. Ihm sei der Entscheid, die SID zu verlassen, schwergefallen, sagt Reber auf Anfrage und fügt an: «Doch wollte ich die Möglichkeit, in mein fachliches Stammgebiet zurückzukehren, nicht vorbeiziehen lassen.»

Im rot-grünen Lager herrscht wohl eine gewisse Erwartungshaltung, dass Reber die Bau- und insbesondere Verkehrspolitik des Kantons in neue, ökologischere Bahnen lenkt. Die bisherige BUD-Vorsteherin Sabine Pegoraro, die im Sommer nach 16 Jahren in der Regierung zurücktritt, agierte zuletzt eher unglücklich und musste einige Niederlagen in Volksabstimmungen einstecken – etwa bei der Einführung einer Energieabgabe, der geplanten Stilllegung des Läufelfingerli oder bei der Entwicklungsplanung Elba.

Wird Reber in der BUD einen Kurswechsel einläuten? Gewiss werde er den Kompass da und dort etwas anders einstellen. Im Baselbiet werde künftig sicher eine ökologischere Bau- und Verkehrspolitik möglich sein; dazu würden auch die spürbaren Wahrnehmungsveränderungen in der Bevölkerung beitragen, führt Reber aus. Zugleich betont er, dass er ein pragmatischer Mensch sei und über das nötige Fingerspitzengefühl verfüge, was es im mehrheitlich bürgerlichen Parlament vertrage und was nicht. «Ich halte jedenfalls nicht viel von Grabenkämpfen», stellt Reber klar.

Etwas Neues für Schweizer

Die am Sonntag neu gewählte SP-Regierungsrätin Kathrin Schweizer übernimmt im Juli die bisher von Reber geführte SID. Sie zeigt sich mit der Direktionszuteilung auf Anfrage «sehr zufrieden». «Ich habe im Wahlkampf immer gesagt, dass ich offen für alle Direktionen bin.» Die studierte Biologin und bisherige Angestellte im Basler Bau- und Verkehrsdepartement geniesst nach zwölf Jahren im Landrat den Ruf einer ausgewiesenen Verkehrs- und Finanzpolitikerin, in Polizei- und Justizfragen trat sie allerdings kaum in Erscheinung. Die Sicherheit sei für sie gewiss etwas Neues, sagt Schweizer. Sie werde sich aber sehr gerne in die Themengebiete Polizei, Justiz, Familie, Migration und Integration reinknien. «Es ist eine Direktion, die sehr nahe bei den Menschen und vor allem bei schwierigen Situationen gefragt ist.»

Die drei anderen wiedergewählten Regierungsräte behalten ihre Direktionen: Die Finanz- und Kirchendirektion bleibt bei Anton Lauber (CVP), die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion bei Thomas Weber (SVP) und die Bildungsdirektion bei Monica Gschwind (FDP).