Kommen Pendler bald nur noch mit dem Bus nach Allschwil? Man hätte es meinen können, als die Baselbieter Regierung vergangene Woche bekannt gab, die Landratsvorlage über einen 6-Millionen-Kredit für Notsanierungsmassnahmen an den Gleisen der Tramlinie 6 verabschiedet zu haben. Denn das bedeutet, dass das Parlament im ersten Quartal dieses Jahres nicht mehr darüber befinden können wird.

Dabei sagten Vertreter der Basler Verkehrsbetriebe (BVB) vergangenen Herbst doch, dass es «kritisch» werde, wenn der Landrat den Kredit für die Notsanierungen nicht im ersten Quartal 2016 absegnet. Dann müsse ab Morgartenring wohl ein Bus als Ersatz fürs Tram nach Allschwil weiterfahren. Das Konzept dafür lag schon damals fixfertig in der Schublade.

Doch die BVB wollen es vorerst noch nicht herausholen. «Es ist richtig, dass die BVB wie ursprünglich vorgesehen davon ausgegangen sind, dass die Landratsvorlage bis April entschieden sein sollte», bestätigt Mediensprecher Benjamin Schmid auf Anfrage. Die BVB hoffe, im Sommer mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Dafür seien gut drei Monate Vorlaufzeit erforderlich. «Nach dem Zustimmungsentscheid durch den Regierungsrat in der letzten Woche planen die BVB nun die Bauarbeiten in der Hoffnung, dass der Landrat bis Juni dem Regierungsratsentscheid folgt. Sollten die Bauarbeiten nicht im Sommer starten können, droht der Tramersatz mit Bussen.»

Gleise regelmässig kontrolliert

Nötig könnte dieser werden, weil die meisten Gleise entlang der Baslerstrasse in Allschwil aus dem Jahr 1956 stammen, obwohl deren Lebensdauer eigentlich 40 bis maximal 50 Jahre beträgt. Entsprechend sind die Geleise in einem sehr schlechten Zustand. Sorgen machen müssen sich die Passagiere gemäss BVB während des Abwartens des Landratsentscheids allerdings nicht. «Die Gleise werden auf dem gesamten Abschnitt 14-tägig inspiziert und die Lage immer wieder neu beurteilt», betont Schmid.

Seit 2005 hat der Kanton für Notmassnahmen an den Geleisen schon über sechs Millionen Franken ausgegeben. Mit einer umfassenden Sanierung wurde immer zugewartet, da längst Pläne für eine Gesamterneuerung der Baslerstrasse bestanden. Bei dieser müssten die sanierten Gleise wieder herausgerissen werden. Die Strassensanierung wurde allerdings immer wieder verschoben. Vergangene Woche nun gab der Regierungsrat bekannt, 2018 mit der Erneuerung beginnen zu wollen, statt wie zuletzt in Aussicht gestellt 2021. Davon verspricht er sich auch Sparpotenzial bei den Notmassnahmen: 2 bis 3 der beantragten 6 Millionen für Gleissanierungen sollen so gar nicht nötig sein.