Die Bau- und Planungskommission (BPK) des Liestaler Einwohnerrats war an der Parlamentssitzung vom Mittwochabend einig mit dem Stadtrat: Das stark beanspruchte, elf Jahre alte Kunstrasenfeld im Gitterli muss ersetzt werden. Doch die Frage sei, wann dies zu geschehen habe, sagte Kommissionspräsident Thomas Eugster (FDP) und meinte im Namen der BPK-Mehrheit: «Die beste Lösung ist, dem Kredit jetzt zuzustimmen, den Ersatz aber um ein Jahr auf 2020 zu verschieben.» Die längere Nutzung sei ökonomisch und ökologisch sinnvoll.

Dem konnten mit Ausnahme der gespaltenen FDP alle Fraktionen folgen, und auch die zuständige Stadträtin Marie-Theres Beeler (Grüne) zeigte sich offen: «Das ist eine überlegenswerte Option. Auch wenn das Kunstrasenfeld heute mehr eine Gummimatte denn ein Rasen ist, dass wir immer wieder granulieren müssen.»

Der Rat stimmte schliesslich dem Bruttokredit von 600'000 Franken bei einer Enthaltung und der Verschiebung der Sanierung um ein Jahr mit 36 zu 4 Stimmen zu.

Das Klima bewegt

Mehr Diskussionen gab es um die Überweisung eines Vorstosses der beiden Sozialdemokraten Joël Bühler und Pascale Meschberger «für eine ernste Klimapolitik» der Stadt Liestal. Stadtrat Franz Kaufmann (SP) zeigte sich offen für das Anliegen: «Ich finde es positiv, dass das Thema auch bei uns auf die Traktandenliste kommt, und wir wollen gerne abklären, wie wir den Klimaschutz in unsere Planungsinstrumente integrieren können.» Kaufmann plädierte aber für eine Abschwächung der Motion in ein Postulat, weil ganz verschiedene Bereiche angesprochen würden.

Das machten die beiden Urheber in der Folge – trotzdem entspann sich eine Grundsatzdiskussion entlang der Parteigrenzen: SP, Grüne und Mitte-Fraktion warben mit dem Hauptargument, dass auf jeder Ebene gehandelt werden müsse, für eine Überweisung, FDP und SVP hielten dagegen. So sagte etwa Lorenz Holinger (SVP): «Der Einwohnerrat ist die falsche Ebene für einen Vorstoss zu einem globalen Problem.» Das koste nur. Bühler und Eugster lieferten sich nicht zum ersten Mal ein Rededuell, bei dem Bühler obsiegte: Das Postulat wurde mit 23 zu 15 Stimmen überwiesen.