«Geschlossene Eishalleist überfällig und bezahlbar»

Eine wetterfeste Eissport-Anlage für eine ganzjährige Nutzung ist zeitgemäss. Sie entspricht einem grossen Bedürfnis.

Die Kunsteisbahn Sissach ist als attraktives regionales Eissportzentrum in der Nordwestschweiz fest verankert und in der Bevölkerung beliebt. In der Saison 2015/16 zählte die Kunsti fast 40 000 Besuchende. Eishockey, Curling, Schulsport, Vereinsanlässe, tausende von Freizeit-Schlittschuhläuferinnen und -läufer – keine Frage: Die Kunsti Sissach entspricht einem grossen Bedürfnis. Darum wurde sie 2005 überdacht.

Leider ist das Dach instabil geworden. Aufsteigender Wasserdampf setzt sich an der Dachunterseite fest und führt dazu, dass sich die Dachelemente aus Holz während des Eisbetriebs mit Wasser vollsaugen. Die nachträglich eingebaute Stützkonstruktion macht derzeit noch eine sichere Nutzung möglich, aber nicht mehr lange. Darum beschloss die Gemeindeversammlung mehrmals, die Kunsti zu einer geschlossenen Eishalle auszubauen. Nur eine geschlossene Eishalle garantiert einen problemfreien Betrieb einer gedeckten Kunsti. Sie bietet zudem einen Mehrwert.

Das Projekt für die Halle sieht vor, das bestehende Dach praktisch vollständig zu übernehmen. Es muss nichts abgerissen werden. Das ist sinnvoll und nachhaltig. Ein Rückbau der Dachkonstruktion würde Millionen kosten und die bereits geleisteten Investitionen vernichten. Das wäre unsinnig. Auch der Eissport braucht eine zeitgemässe, attraktive und wetterfeste Infrastruktur – genau wie das Turnen, der Fussball, Handball, Volleyball, das Schiessen und andere Sportarten. Sport ist und bleibt bedeutend in und für Sissach. Der Eissport gehört genauso dazu.

Eine geschlossene Eishalle für 8,7 Millionen Franken ist für Sissach finanzierbar. In diesem Betrag sind 2,4 Millionen Franken enthalten für eine neue und ohnehin nötige und umweltfreundliche Eisaufbereitung. Zudem steuern Kanton, Gemeinden, die Bürgergemeinde Sissach, Gewerbe, Industrie und Privatpersonen eine beträchtliche Summe bei. Mehr als 2,1 Millionen Franken sind bisher gesammelt worden. Auch das ist ein klares Bekenntnis für die Eishalle.

Die Finanzplanung des Gemeinderats zeigt zudem, dass die Nettobelastung der Eishalle für die Gemeinde Sissach von bisher 370 000 Franken bis zum Jahr 2020 auf 570 000 Franken steigt. Den grössten Teil dieser Mehrbelastung lösen die Abschreibungen aus.

Für das Komitee «Ja zur Kunsti Sissach» besteht kein Zweifel, dass diese Nettobelastung für Sissach tragbar ist.

«Das vorliegende Projekt ist ungenügend geplant»

Es ist nicht nachhaltig, eine bestehende Infrastruktur vor dem Ende der möglichen Gebrauchsdauer zu ersetzen.

Die Kunsti bleibt offen! Neben der bis 2019 auf dem Dach bestehenden Garantie hat die Eisanlage gemäss den Unterlagen des Gemeinderates Sissach zur Gemeindeversammlung vom 20. Oktober 2015 eine Lebenserwartung von mindestens fünf bis sieben Jahren. In dieser Zeit profitieren wir bei einem Nein am kommenden 27. November vom Wegfall der Abschreibung (über 200 000 Franken jährlich) und einem um weit über 100 000 Kilowattstunden beziehungsweise 20 000 Franken pro Jahr tieferen Stromverbrauch.

Es ist nicht nachhaltig, eine bestehende Infrastruktur vor dem Ende der möglichen Gebrauchsdauer zu ersetzen; dies gilt speziell, wenn die neue Kälteanlage technisch bedingt deutlich mehr Strom benötigt. Zudem ist das vorliegende Projekt ungenügend geplant. Mit 160 000 Franken ist es unmöglich, ein detailliertes Bauprojekt dieser Grössenordnung zu erarbeiten. Die kalkulierten 5 Prozent Reserve sind unüblich tief; 15 Prozent sind ratsam.

Der Gemeinderat hat der Gemeindeversammlung trotz der fehlenden Planung direkt den Baukredit zur Abstimmung unterbreitet. Eine seriöse Altlastenuntersuchung fehlt bisher. Die Sanierung des Daches selber kostet mit gegen 1 Million Franken fast gleich viel wie die Gestehungskosten im Jahr 2005 (1,3 Millionen).

Wesentliche Teile des Daches sollen neu erstellt werden, und deshalb ist ein Ersatz des Holzdaches durch eine Metallkonstruktion ernsthaft in Betracht zu ziehen. Damit kann auf die Klimatisierung des rund 47 000 Kubikmeter grossen Hallenvolumens verzichtet werden. Die Abwärme der Eisanlage (290 000 Kilowattstunden pro Jahr, Wärmebedarf von etwa 30 Einfamilienhäusern) würde anderweitig zur Verfügung stehen.

Das anlässlich der Standaktion im «Strichcode» anwesende Mitglied des durch den Gemeinderat beigezogenen Planungsteams wusste am vergangenen 29. Oktober nicht, welche Kosten der Ersatz des Holzdaches durch ein Metalldach verursacht. Das Projekt «8,7 Millionen Franken» zieht unnötigerweise höhere Eintrittspreise für alle, höhere Eismieten für Gruppen und Vereine sowie höhere Steuern in Sissach nach sich.

Vor dem Hintergrund der weiteren, zwingend notwendigen Investitionen ist am 27. November Nein zu stimmen.