Die Binningerin Judith Buess erspielte sich den Tagessieg mit starken 3306 Punkten. Silber holte sich Magdalena Breuling aus Gelterkinden, mit 44 Punkten weniger. Schon deutlich dahinter folgte der bekannte Baselbieter Bob-Olympionike Rico Freiermuth, der sich 3114 Punkte erjasste. Aber schliesslich ist, wie alle wissen, seit seiner Olympia-Bronzemedaille von Sarajevo 1984 der dritte Rang der allerliebste des 61-jährigen Promijassers aus Zunzgen.

Bereits bei der Erstausgabe des bz-Jasskönigs im vergangenen Jahr hatte sich Rico Freiermuth für das Finale der besten 40 qualifiziert. Am Königsausstich im Mai 2018 in Bottmingen holte er sich dann Rang 30. Unter den ersten Zehn, die sich am Dienstagabend für den diesjährigen Final qualifizierten, figurierten mit dem Rothenflüher Thomas Leisibach (im Vorjahr 10.) dem Birsfelder Kurt Hollenstein (15.) und dem Ormalinger Gerhard Stucki (27.) drei weitere Vorjahresfinalisten.

Etwas schwächer fiel die resultatmässige Ausbeute des anderen geladenen Prominenten, des Allschwiler Jass-Fans und SP-Landrats Andreas «Bammi» Bammatter aus: Er wurde 36. von total 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Jasstechnisch sei an diesem Abend vieles gegen ihn gelaufen: «Für erfahrene Jasserinnen und Jasser gibt es halt oft nur einen Platz im Mittelfeld», flachste «Bammi» anschliessend herum.

80 Jahre Differenz

Die Auftaktveranstaltung zum bz-Jasskönig war aber auch aus zwei weiteren Gründen eine ganz besondere: Zwischen dem jüngsten und ältesten Teilnehmer betrug der Altersunterschied genau 80 Jahre: Jungjasser Jan Hirt aus Pratteln (Jahrgang 2008) legte mit einem Match furios los und erspielte sich ohne Respekt vor den Grossen den 52. Schlussrang. Hirts Familie, die den Primarschüler nach Maisprach begleitete, hatte an seinen Leistungen sichtlich den Plausch.

Gleichzeitig holte sich der für seine 91 Jahre beneidenswert rüstige Maispracher Lokalmatador Karl Berger knapp vor «Bammi» Bammatter den ehrenwerten 35. Rang ... erfahrene Jasser unter sich eben.

Schliesslich, und da waren sich alle einig, leistete die Gastgeberfamilie im «Kuhstall» zu Maisprach ganze Arbeit. Bernadette und Markus Graf tischten zusammen mit Sohn Raphael als Küchenchef ein Apéro-Buffet auf, das von den selber gemachten Schinkengipfeli über belegte Zöpfe und Brote, Vitello Tonnato, Gemüse und Früchte bis zu mannigfachen Dessert-Leckereien keine Wünsche offen liess. Warum er denn selber nicht mitjasse, wurde Markus gefragt, als er Sohn Raphael beim Servieren zusah. Uii, da hätte seine Frau gar keine Freude daran, sagte Markus und verschwand in der Küche.

Letzte Restplätze zu haben

Wer selber auch einmal mitjassen möchte, die Anmeldefrist aber verpasst hat, erhält eine allerletzte Chance. Wegen Abmeldungen ist an den drei weiteren Qualifikationsturnieren eine Handvoll Startplätze wieder frei geworden. Am Dienstag, 9. April, in der Brauerei Feldschlösschen in Rheinfelden werden nochmals sieben Startplätze ausgeschrieben, am Dienstag, 16. April, in der Eptinger Mineralquelle noch zwei und am Dienstag, 7. Mai, auf dem Klushof bei Aesch noch ein einziger. Nachmelden kann man sich via das bz-Onlineportal unter «bzjasskoenig». Die Teilnahme kostet 30 Franken, darin inbegriffen ist ein Apéro riche.

Die jeweils zehn besten Jasserinnen und Jasser der vier Ausscheidungsrunden qualifizieren sich für das Finale am Dienstag, 14. Mai, im Eventlokal SUD in Basel. Der oder die bz-Jasskönigin qualifiziert sich für die offizielle Schweizer Schiebermeisterschaft. Nach der Schlösser-Tournee 2018 steht die aktuelle Turnierserie unter dem Motto «Jassen, wo gebraut und gekeltert wird». Der Hofbetrieb Kuhstall im Winzerdorf Maisprach bildete für den Anfang eine mehr als würdige Kulisse.