CEO Jürg Aebi sagt, was das bedeutet: «Wir müssen uns ganz klar verschlanken. Es sind verschiedene Standorte infrage gestellt.» Aebi vermeidet es zwar, sie beim Namen zu nennen. Doch es braucht keine Kristallkugel, um zu wissen: Die KSBL-Standorte Bruderholz und Laufen stehen zur Debatte. Dabei spielt auch die zukünftige Ausrichtung des KSBL eine Rolle. «Die Zukunft der Medizin wird ‹mehr ambulant› sein. Das heisst wir müssen unsere Strukturen überdenken, uns stationär anders ausrichten und Betten abbauen», sagt Aebi.

Schliessung bräuchte Volks-Ja

Bereits am Sonntag kündigte der Verwaltungsratspräsident des KSBL, Werner Widmer, an, dem Regierungsrat bis Ende Juni eine alternative Strategie zu präsentieren. Er nennt es «eine interne Lösung für das Problem, das wir mit der Fusion lösen wollten», will sich aber nicht weiter in die Karten blicken lassen. Doch sollte der Plan B tatsächlich eine rein interne Transformation des KSBL sein, so dürfte eine Angebotsreduktion kaum genügen und Schliessungen rücken endgültig in den Fokus.

Der Basler SP-Grossrat und Fusionskritiker Kaspar Sutter hat dazu eine klare Haltung: «Ein Abbau ohne Schliessung macht ökonomisch keinen Sinn, da bei einem kleineren KSBL mit weiter drei Standorten die Fixkosten einfach auf noch weniger Patienten verteilt werden.»

Das KSBL kann aber einen Standort nicht eigenmächtig schliessen. Liestal, Bruderholz und Laufen sind im kantonalen Spitalgesetz festgeschrieben. Die Kompetenz, das zu ändern, liegt beim Landrat. Wobei fast undenkbar ist, dass eine Standortschliessung ohne Volksabstimmung über die Bühne gehen würde.

Der Baselbieter Gesundheitsdirektor Thomas Weber scheint Schliessungen auch nicht kategorisch auszuschliessen. Schon am Sonntag sagte er der bz: «Ist der Landrat bereit, sehr, sehr viel Geld in vielleicht überholte Strukturen zu stecken? Ich nehme es nicht an. Oder ist er bereit, Destrukturierungen zu machen, sodass das KSBL schlussendlich mit weniger Stellen, ganz klar weniger Betten und mit weniger stationären Angeboten auskommen muss?»

Ambulatorium geht nicht alleine

Vergleicht man die Situation des Bruderholzspitals mit jener des Spitals in Laufen, so ist letzteres in einer etwas besseren Verhandlungsposition. «Ich glaube auf keinen Fall, dass wir das Spital Laufen nun schliessen müssen», sagt der Laufner Stadtpräsident Alexander Imhof. Seine Überzeugung schöpft er aus zwei Dokumenten: Für ihn hat – noch immer – der Laufentalvertrag Gültigkeit. Dazu kommt die vom Landrat erst im Herbst abgesegnete Vorlage, die dem Standort Laufen für die Jahre 2020 bis 2022 total 4,5 Millionen Franken an gemeinwirtschaftlichen Leistungen zuspricht. Dies, um Angebote wie den 24-Stunden-Notfall aufrecht zu erhalten.

Allerdings: Die Vorlage muss nun nochmals überarbeitet werden, da sie nur bei einem Ja zur Spitalfusion inkraft gesetzt worden wäre. Sie taugt aber auch so als Bekenntnis des Landrats, den Standort Laufen zu erhalten.

Unsicherer ist die Zukunft des Bruderholzspitals. Hier liest Weber aus dem Nein des Baselbieter Stimmvolks zur strukturerhaltenden Bruderholzinitiative 2017, dass dies «das Feld freimacht für Umstrukturierungen». Fest steht, dass der marode Bettenturm auch ohne Fusion abgerissen wird. Die Frage ist, was mit dem Rest geschieht. Geht man davon aus, dass der Verwaltungsrat die komplette Schliessung – die mit äusserst ungewissem Ausgang wieder vors Volk müsste – verhindern möchte, so scheint das Ambulatorium weiterhin ein realistisches Szenario.

Doch alleine geht es nicht, ist etwa alt SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer überzeugt: «Die ambulanten Fallzahlen reichen nicht, um die Tagesklinik alleine effizient zu betreiben.»

Hilft am Ende doch das Unispital?

Und so rückt ein Modell in den Fokus, das von den Spitalchefs vor der Abstimmung schon dementiert worden war: die gemeinsame Gesellschaft. Denn Aebi sagt selbst: «Wir prüfen mit den geeigneten Partnern, welche Kooperationen sinnvoll sind. Und sinnvoll sind sie nur, wenn es eine gemeinsame Kasse gibt.» Kein anderer Partner brächte im ambulanten Bereich so viel wie das USB. Das Ziel des KSBL muss es nun also sein, sich durch schlankere Strukturen wieder attraktiv zu machen und zu verhindern, dass das USB selbst anderswo eine Tagesklinik baut. So könnte der Standort Bruderholz gerettet werden.