Die Methode war dieselbe wie beim ersten Überfall am 14.Oktober 2010: Auch diesmal installierten die drei Täter vor dem Sissacher Juweliergeschäft Berger einen Müllcontainer und eine Eisenstange als verlängerten Rammbock, den sie mit einem Golf anstiessen. Auf diese Weise umgingen die Banditen die im Boden eingelassenen Sicherheitsstahlpfosten vor dem Ladeneingang. Doch liess sich die äussere Sicherheitstüre nur teilweise aufwuchten. Als die vom nächtlichen Lärm aufgeschreckten Nachbarn und der Ladeninhaber Alarm schlugen, flüchteten die Täter ohne Beute.

Auf dem Tatort hinterliess die Diebesbande den kurz zuvor in Sissach gestohlenen Golf, zwei demolierte Türen, einen Sachschaden von etwa 20000 Franken und einen stinkwütenden Juwelier Peter Berger. «Als der Lärm losging, war ich so hässig, dass ich an mein Fenster stürzte und von oben hinunterschrie, dass ich auf die Räuber schiessen würde», erzählt der 69-Jährige. Diese Drohung wirkte, denn anders als beim ersten Überfall vor fünf Monaten, als die unbekannten Täter Uhren und Schmuck im Wert von über 100000 Franken erbeuteten, gingen sie diesmal leer aus.

Berger ist überzeugt, dass es sich bei den Tätern um dieselben wie im Oktober handelt, die vermutlich auch noch einen dritten Rammbock-Überfall in Reinach begangen haben. Polizeisprecher Meinrad Stöcklin geht von organisierter Bandenkriminalität mit Ursprung in Osteuropa aus. Peter Berger zieht aus dem erneuten Überfall die Konsequenzen und wird im Sommer sein gut gehendes Geschäft definitiv aufgeben.