Zuletzt war es ziemlich ruhig um den ehemaligen Basler Stadtpräsidenten Guy Morin. Doch der Grünen-Politiker, der mittlerweile wieder als Hausarzt arbeitet, war nicht untätig. Im Hintergrund wirkte er für die von den Regierungen beider Basel gewollte Spitalfusion von Universitätsspital Basel (USB) und Kantonsspital Baselland (KSBL). Am Donnerstag nun präsentierte er seinen neusten Wurf: das Komitee «Ja zur gemeinsamen Spitalgruppe».

Über 50 Spitalärzte von USB und KSBL, Hausärzte, Wissenschaftler und Forscher hat Morin zusammengetrommelt. «Das ist auf meinen Mist gewachsen», sagt er im Saal des Restaurants Seegarten in der Grün 80 offen. Auch wenn das Komitee nun für alle Interessierten offensteht, stand am Anfang die Idee, dass für einmal nicht Politiker, sondern jene, die direkt vom Grossprojekt betroffen sind und im Gesundheitsraum Basel arbeiten und wirken, sich formieren.

Nur wenige KSBL-Ärzte dabei

Das Komitee betont dabei explizit, unabhängig zu sein von den Kantonsregierungen. Auch die Spitalleitungen von USB und KSBL sind nicht darin vertreten. Im Co-Präsidium sitzen Viola Heinzelmann, die Chefärztin der Frauenklinik des USB, Beat Hintermann, Chefarzt der Orthopädie am KSBL, Daniel Scheidegger, ehemaliger Chefarzt Anästhesie am USB, und als Vertreter der Hausärzte Balthasar Stähelin vom Ambulatorium Wiesendamm sowie Florian Suter, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH.

Der Blick auf die aktuell 53 Komiteemitglieder zeigt allerdings: Nur sechs Ärzte arbeiten am Kantonsspital, immerhin 17 am Unispital. Dieses Ungleichgewicht dürfte daher rühren, dass die Spitalfusion innerhalb des KSBL auf mehr Widerstand stösst als beim grösseren Partner USB. Während Heinzelmann gestern mit Überzeugung sagte, dass sie intern «breite Unterstützung» erlebe, wies Hintermann auf bestehende Ängste des KSBL-Personals hin.

Ein Problem war am Donnerstag, dass die Details der Spitalgruppe noch gar nicht bekannt sind. Erst im Februar legen die Gesundheitsdirektoren Thomas Weber (BL) und Lukas Engelberger (BS) die nötigen Staatsverträge vor, danach entscheiden die Parlamente und erst dann kommt alles vors Volk. So beschränkten sich die Voten des Co-Präsidiums auf eine grundsätzliche Zustimmung zum Projekt.

Florian Suter sagt: «Über die Verteilung, wo welche Dienstleistungen angeboten werden, muss noch diskutiert werden. Es ist klar, dass für Baselland nicht nur Brosamen übrig bleiben dürfen.» Er sieht aber «schlicht keine bessere Lösung». Und Daniel Scheidegger, der bereits drei gescheiterte Kooperationen zwischen den beiden Spitälern miterlebt hat, fügt an: «Nennen Sie mir eine andere Möglichkeit, wie wir den Wettbewerb, der die Kosten in die Höhe treibt, in den Griff bekommen können.»

Bei Nein wird Basel abgehängt

Morin lehnt sich trotz der fehlenden Details aus dem Fenster und geht von höheren Einsparungen aus als die 70 Millionen Franken, welche die Regierungen immer nennen. Und: «Ich garantiere Ihnen, dass ohne die Spitalgruppe sicher keine 200 Akutbetten abgebaut werden.»

Als ein Hauptargument des Komitees bleibt haften, dass nur durch die Fusion bei komplexen Eingriffen genügend hohe Fallzahlen erreicht würden, die hier den Erhalt der hochspezialisierten Medizin ermöglichen. Auch der medizinische Forschungs- und Ausbildungsstandort Basel drohe abgehängt zu werden. Für das Komitee ist klar: Ohne Spitalgruppe müssten Patienten für vieles bald nach Zürich, Bern, Genf oder Lausanne reisen.