Selber sei sie noch nie in Japan gewesen, aber das Land stehe zuoberst auf ihrer Reise-Wunschliste, sagte Regierungspräsidentin Monica Gschwind zu der japanischen Delegation, die sie am Dienstag im Schloss Ebenrain in Sissach empfing. Rund eine Stunde lang unterhielten sich beide Seiten über kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten, bis die sechs Jugendlichen den nächsten Programmpunkt ihrer straff organisierten Reise antraten: einen Besuch der Firma Ricola in Laufen.

Via Dolmetscherin erfuhr Monica Gschwind, dass zwar in Japan wie im Baselbiet Kirschbäume wachsen, aber dass diese keine essbaren Früchte tragen. Zum Staunen brachte sie die Tatsache, dass der ganze Kanton Baselland gerade mal so gross ist wie ein Quartier der Stadt Osaka, aus der die 13- bis 14-jährigen Jugendlichen stammen. Diese wiederum zeigten sich begeistert von der landschaftlichen Schönheit der Schweiz und den netten Menschen. Eine Woche lang sind sie im Land herumgereist, von Pontresina bis Luzern, anschliessend wohnten sie eine Woche lang bei Gasteltern, den Abschluss bilden drei Tage in der Region Basel.

Der Leiter der japanischen Delegation, Tomonori Kotani vom Erziehungsdepartement der Stadt Osaka, kam auf das Thema Bildung zu sprechen. Im Gegensatz zur Schweiz gelte in allen 47 Bezirken von Japan dasselbe System: «Von Norden bis Süden und auf allen kleinen Inseln.» Monica Gschwind betonte demgegenüber die hohe Autonomie der Kantone, die Viersprachigkeit und die duale Berufsbildung.

Am Treffen nahmen auch Schweizer Jugendliche teil, die letztes Jahr einen Austausch in Japan absolviert hatten. Der Jugendaustausch Schweiz–Japan wird seit über 30 Jahren alternierend in beiden Ländern durchgeführt, dieses Jahr zum 19. Mal. Initiiert wurde das Programm von einem japanischen Firmenbesitzer, der an der ETH studiert hatte, zusammen mit einem schweizerisch-japanischen Ehepaar.