Auf den Schildern, die zur Primarschule Oberdorf führen, steht lediglich «Festgelände». Mehr ist auch nicht nötig, denn alle wissen, was sie letztes Wochenende dort erwartet: Die Kantonalen Musiktage, die zusammen mit dem 150-Jahr-Jubiläum des Musikvereins Oberdorf zelebriert werden.

Am frühen Samstagvormittag sind zwar zahlreiche Helfer auf Platz und rüsten sich für den Ansturm, doch die Musik spielt sprichwörtlich nicht auf dem Festplatz, sondern oben in der Mehrzweckhalle. Dort präsentieren die Musikvereine der beiden jüngeren Kategorien – die älteste spielte schon am Freitagabend vor – im Rahmen des Jugendblasmusikpreises Dreiländereck ihre Vorträge den beiden Juroren.

Über zwei Stunden brauchen die Formationen aus den beiden Basel sowie Möhlin, dann ziehen sich Jörg Dennler und Moritz Schönenberger in ein ruhiges Zimmer zurück, um sich zu beraten.

Experte attestiert «gutes Niveau»

«Stimmung, Intonation, Rhythmus, Metrum, Klangkultur und Dynamik sind unter anderem die messbaren Dinge, auf die wir achten», erklärt Dennler, der seit rund 30 Jahren als Musiklehrer und Dirigent arbeitet. «Dann gibt es da noch Elemente wie Ausdruck oder Interpretation», fährt der Experte fort. Schliesslich soll rüberkommen, dass «die Stücke mit Freude vorgetragen werden». Dem Gehörten in Oberdorf attestiert Dennler ein «gutes Niveau, das in der ganzen Schweiz in etwa ähnlich hoch ist».

Bis es zur Rangverkündigung kommt, dauert es noch fast eine Stunde, sodass einige Formationen ein verfrühtes Mittagessen einnehmen, während andere auf dem Pausenplatz der Schule herumalbern oder gar nichts tun, wie beispielsweise sechs Knaben im Alter zwischen 8 und 13 Jahren von der Jugend Brass Band (JBB) Früh Frech der Regionalen Musikschule Liestal. «Wir warten und machen Witze», sagt Arno, der wie seine Kumpel ein Blechblasinstrument spielt. «Einen guten Schlagzeuger haben wir bis jetzt nicht gefunden», ergänzt Moriz.

Gibt es für die Musikanten der JBB Früh Frech einen Unterschied zwischen einem «normalen» Konzert und dem Jugendblasmusikpreis? «Ja, hier sind wir viel nervöser», gibt Rafael zu, doch Jonas versichert: «Wir können mit Kritik umgehen.» Am wichtigsten sei aber, dass man Spass am gemeinsamen Spiel habe, wirft David ein und wird von Shaheth beruhigt: «Den haben wir doch sowieso immer!»