Die Front-Fassade des eher unscheinbar wirkenden Pfarreizentrums Dreikönig mit integrierter Kirche in Füllinsdorf erhält einen neuen Anstrich. Sie wird weiss statt rot und erhält zusätzlich biblische Wörter und Parolen in verschiedenen Farben verpasst. Die Arbeiten übernehmen drei Malerlehrlinge. Am vergangenen Dienstag begannen sie mit dem Aufkleben der Schablonen. Anfang kommender Woche sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Mit den biblischen Sprüchen will die Pfarrei klare Statements für Solidarität, Menschlichkeit und Parteilichkeit setzen, wie Pfarreiratspräsidentin Claudia Christen erklärt.

Das Zentrum stellt einen offenen Treffpunkt für alle Generationen dar. «Das soll die neue Bemalung auch symbolisieren. Die Fassade soll so zu einer Visitenkarte für die Pfarrei und das Zentrum werden», beschreibt Christen. Deshalb kam man auf die Idee, junge Pfarreimitglieder die Malerarbeiten durchführen zu lassen.

Das Vorhaben war nicht so einfach, wie ursprünglich gedacht. Die Malerarbeiten verlangten ein grundlegendes Know-how. Zur Unterstützung wurde mit Giancarlo Bloise ein aktives Pfarreimitglied angefragt. Als Geschäftsführer der «Bernasconi Boden-Decke-Wände» in Basel hat der Frenkendörfer viel Erfahrung im Umgang mit Malerarbeiten. Unbürokratisch stellte er drei Lehrlinge unentgeltlich zur Verfügung, die während einer Woche die Bibelzitate an die Fassade malen. Ein Vorarbeiter steht ihnen zur Seite.

Heute werden im Malerberuf vor allem Flächen gemalt. «Das mit den Wörtern und Parolen ist mal etwas ganz Spezielles für die Lehrlinge. Davon können sie nur profitieren», ist Bloise überzeugt. Das Durchplanen der ganzen Arbeitsschritte, die Zusammenarbeit mit der Bauherrenvertretung und das Beachten der kleinen Finessen beim Malen bringen die Lehrlinge weiter. Davon profitiere auch die Firma Bernasconi, betont Geschäftsführer Giancarlo Bloise. «Die Jungen sehen, dass wir ihnen tolle Aufgaben geben. Das spricht sich herum und macht uns attraktiv für die Rekrutierung weiterer Lehrlinge.»

Sorge um die Farbe

Mit der Arbeit der Jugendlichen Geld zu sparen – das stand nie im Zentrum, stellt Pfarrer Peter Bernd klar. «Das Geld war nie der Anreiz. Uns ging es darum, die speziellen Statements auch speziell anfertigen zu lassen.» Die drei Lehrlinge Dario Gasent, Deborah Blindenbacher und Sebastian Abt befinden sich im ersten, zweiten und dritten Lehrjahr, wobei Sebastian Abt gerade auf die Resultate seiner Lehrabschlussprüfung wartet. Sie sind allesamt dankbar über die einmalige Chance, die sie von ihrem Chef und von der Pfarrei Dreikönig erhielten. Sie können hier sehr viel selbstständig erledigen, freut sich Sebastian Abt. «Die Arbeit ist für uns sehr speziell. Wir können mit vielen verschiedenen Farben arbeiten und Schriftzüge anbringen, was wir sonst nur sehr selten dürfen.»

Für Dario Gasent im ersten Lehrjahr ist die Aufgabe eine noch grössere Herausforderung. «Wir müssen uns darauf achten, dass die Farbe nicht unter die Folie der Schablone läuft.» Er ist überzeugt, stark von der Arbeit am Pfarreizentrum zu profitieren. «Das bringt uns garantiert weiter.» Deborah Blindenbacher verbrachte den Mittwoch in der Schule. «Ohne Theorie geht auch beim Malerberuf nichts», weiss Chef Giancarlo Bloise.