Interessant ist dabei der Tabakverkauf: Basler Verkäufer haben sich viel stärker verbessert als ihre Baselbieter Kollegen. In Basel-Stadt erhalten Jugendliche unter 18 nur noch bei 19 Prozent der Testkäufe Zigaretten. Im Baselbiet liegt dieser Wert mit 37 Prozent fast doppelt so hoch.

Schon bei der letzten Erhebung schnitt Basel-Stadt mit 44 Prozent besser ab als Baselland mit 51 Prozent. Dieser Unterschied hängt mit dem Alter der Testpersonen zusammen. In der Stadt werden Alkohol- und Tabakkäufe von Jugendlichen getestet, die 14 bis 15 Jahre alt sind. Im Baselbiet sind hingegen 16- bis 17-Jährige unterwegs. Sie sehen somit eher aus wie 18-Jährige.

Ladenketten schneiden besser ab

Da beide Kantone das Alter ihrer Testkäufer über die Jahre nicht verändert haben, kann die viel stärkere Verbesserung in Basel-Stadt aber nicht damit erklärt werden. Stattdessen vermutet Thomas Steffen, Leiter der Basler Abteilung Gesundheitsförderung und Prävention: «In städtischen Gebieten hat es mehr Ladenketten. Diese haben intensivere Schulungsprogramme als kleine Einzelbetriebe.» Das Personal von Grossbetrieben sei nach den ersten Testkäufen stärker geschult worden. Für diese These spricht, dass im Baselbiet Grossverteiler und Ladenketten besser abschneiden: Nur 25 Prozent missachten den Tabak-Jugendschutz, während diese Quote bei kleinen Betrieben wie Kiosken und Tankstellen mit 43 Prozent höher ist.

Auch beim Alkohol machen die Basler Verkäufer Fortschritte: Statt 51 sind aktuell nur noch 35 Prozent der Alkohol-Testkäufe erfolgreich. Dass sich der Jugendschutz beim Tabak stärker verbessert hat als beim Alkohol, erklärt sich Steffen so: «Beim Tabak hat in der Gesellschaft eine stärkere Sensibilisierung stattgefunden als beim Alkohol.» (öpf)