Münchenstein oder Münsterplatz? Diese Standort-Wahl konnten bisher nur wenige Gymnasiasten treffen. Mit wenigen Ausnahmen mussten die Schüler an ein Gymnasium, das in ihrem Kanton lag. Das soll sich im kommenden Jahr ändern. Dann sorgt die Bildungsharmonisierung (Harmos) für einheitliche Strukturen - und das im gesamten Bildungsraum Nordwestschweiz.

Die Jungsozialisten befürchten, dass dadurch einzelne Fächer nicht für alle Schüler aus der Region zugelassen werden. Man meint, dass die «freie Schulwahl nun einschränkt» wird. Eine solche Andeutung machte die «Basler Zeitung» letzte Woche.

In der Harmos-Vorlage ist jedoch nicht von «freier Schulwahl» die Rede. Es geht dort um eine «beschränkte Wahlfreiheit» für Gymnasiasten. Sie sollen «in begrenztem Ausmass wählen können, welches Gymnasium im Bildungsraum Nordwestschweiz sie besuchen wollen». Die Wahl des Gymnasiums könne beispielsweise aufgrund von «räumlichen Kapazitäten» eingeschränkt sein.

Beliebte Fächer am Münsterplatz

Stein des Anstosses waren einmal mehr die PPP-Fächer - Philosophie, Psychologie und Pädagogik. Nur das Gymnasium Münsterplatz bietet dieses Schwerpunktfach. Und der Zugang soll den Baselbieter Schülern verwehrt bleiben, so der Bericht der «BaZ». Bildungsdirektor Urs Wüthrich wollte gestern auf Anfrage keine Stellung dazu nehmen.

Der Aufruf der Juso fordert nun, «den Zugang zum Schwerpunktfach Philosophie, Psychologie und Pädagogik zu gewähren». Die Juso-Co-Präsidentin Samira Marti begründet dies damit, dass sie «ein möglichst breites Bildungsangebot für alle Schüler zugänglich machen» möchte. So ist es theoretisch möglich, dass viele Baselbieter Gymnasiasten plötzlich an den Münsterplatz wechseln wollen, weil dort der PPP-Schwerpunkt möglich ist - ein Ansturm könnte folgen.

Der Rektor des Gymnasium Münsterplatz Eugen Krieger hat allerdings keine solchen Befürchtungen. «PPP ist kein Massenfach. Wir haben bereits die Freizügigkeit mit Allschwil und erleben überhaupt keinen Run auf das Fach.» Ausserdem bestehe schon jetzt die Möglichkeit, bei grossem Andrang Schüler auf andere Gymnasien zu transferieren.

Die Juso sehen eine derart grosse Nachfrage nach den PPP-Fächern, dass die Einführung auch in Baselbieter Gymnasien geprüft werden müsse. Unlängst gab es einen Streit, ob die PPP-Fächer noch unterrichtet werden. Nach Schülerprotesten und einigem Hin und Her entschied die Basler Regierung, die Fächer beizubehalten. Für viele, die den Streit erlebten, ist PPP zu einem Reizthema geworden. Offensichtlich wird es das auch noch eine Weile bleiben.