Eine kleine Wahl 2009 um den schönsten Mann der Nordwestschweiz: Posieren in knappen Badehosen und in Alltagskleidung, sich von einer Jury bewerten lassen. Unter den Kandidaten, Adrian Mangold, ehemaliger Baselbieter Juso-Präsident und heute Vorsitzender der SP Oberwil. Die Mister-Wahl ist zwar schon länger her, doch bewegt sie jetzt wieder die Gemüter.

Nachdem in der letzten Woche klar wurde, dass die Miss-Schweiz-Wahl von Bern nach Basel zieht, ist die Aufregung gross. «Die Juso Basel-Stadt toleriert die Miss-Schweiz-Wahl nicht, weil sie ein Schönheitsideal propagiert, was schädlich sein kann. Die Frauen werden auf ihr Äusseres reduziert und werden somit zu Objekten degradiert. Das ist einer modernen und offenen Stadt wie Basel nicht würdig», sagt Lavinia Fasciati, Vizepräsidentin der Juso BS.

Einer, der es wissen sollte, ist Adrian Mangold. Er hat hauptsächlich negative Erinnerungen an seine Teilnahme bei der Mister-Wahl vor sechs Jahren. Unter den Teilnehmern habe man zwar eine tolle Stimmung gehabt, erzählt Mangold, «Doch beim Posieren fühlte man sich als ein Stück Fleisch, das den Menschen zur Schau gestellt wird.»

Schon Probleme in Bern

Die Miss-Schweiz-Wahl war 2014 erstmals in Bern über die Bühne gegangen. Nach nur einem Jahr wechselt die Wahl der schönsten Schweizerin den Austragungsort. Letztes Jahr war sie von Misstönen begleitet: Es kam zu einem umstrittenen Polizeieinsatz. Trotz all dieser Widrigkeiten erklärten die Organisatoren noch im Herbst, sie wollten an Bern als Standort festhalten. Nun der Kurswechsel. Für Basel habe man sich «aufgrund der kulturellen und weltoffenen Ausstrahlung» der Stadt entschieden, teilt die Miss Schweiz Organisation AG mit. Die Wahl findet nun am 7. November im Musical Theater Basel statt.

Die einst populäre Miss-Schweiz-Wahl hatte in den letzten Jahren stark an Popularität eingebüsst. Nach der Wahl 2011 strich sie das Schweizer Fernsehen SRF gar aus dem Programm. Ein Jahr später fiel die Wahl, aufgrund fehlender Sponsoren, gänzlich aus. Daraufhin wurde der Show ein neues Konzept verpasst, sie ist neu als «Wohltätigkeitsveranstaltung» konzipiert.

Mangold, der aus eigenen Erfahrungen sprechen kann, sagt: «Grundsätzlich habe ich nichts gegen die Wahl, sofern die Veranstaltung an einem privaten Ort stattfindet». Mit dem Standort Theater habe er jedoch Mühe, da dieses staatlich subventioniert werde.