Die Baselbieter Regierung will die Waldenburgerbahn (WB) in die Baselland Transport AG (BLT) integrieren. Am Dienstag verabschiedete die Regierung die Eigentümerstrategien für BLT, WB sowie die Autobus AG Liestal (AAGL). Wesentlich ist aber, dass die Waldenburgerbahn von der erheblich grösseren BLT geschluckt wird. Dieser Schritt muss allerdings noch vom Baselbieter Landrat sowie den Generalversammlungen der beiden Transportunternehmen abgesegnet werden.

Der Hintergrund des Vorhabens ist die in den kommenden Jahren anstehende Erneuerung von grossen Teilen der Infrastruktur und des gesamten Rollmaterials der WB. BLT-Direktor Andreas Büttiker bestätigt: «Die WB steht vor einer Totalerneuerung. Insgesamt müssen in den nächsten zehn Jahren 200 bis 300 Millionen Franken investiert werden.» Dies sei jedoch nur möglich, wenn die Integration schnell erfolge. «Dann kann die BLT das Erneuerungsprojekt der WB übernehmen, was Synergieeffekte und Kosteneinsparungen bringt», erklärt Büttiker.

Name WB soll beibehalten werden

Die Regierung lässt nun eine Landratsvorlage ausarbeiten. «Ich erwarte, dass sich das Parlament angesichts der deutlichen Vorteile für diese Lösung ausspricht»», sagt Grünen-Fraktionschef Klaus Kirchmayr. Er reichte 2012 ein Postulat betreffend einer Fusion von kantonalen Verkehrsunternehmen ein. Weiter möchte die Regierung, dass der Name beibehalten wird. Zudem wird die WB auf kommenden Herbst eine ausserordentliche Generalversammlung zum Thema einberufen.

Für die aktuell 32 Angestellten der Waldenburgerbahn gibt es keine weiteren Veränderungen – das Personal wird vollständig übernommen. Dies bestätigt auch Büttiker: «Für die Mitarbeitenden der WB bietet die Integration neue Entwicklungsperspektiven und Einsatzmöglichkeiten.»

Die GV der BLT ist noch nicht angesetzt, mit Gegenstimmen rechnet die BLT nicht. Büttiker sagt: «Ich rechne nicht mit Widerständen, da die Vorteile auf der Hand liegen. Es können Kosten eingespart und die Zukunft der WB gesichert werden.» Diese Zuversicht ist begründet: Kanton und Bund sind Haupteigner von WB und BLT.

BLT-Sitz nach Liestal verlegen?

Der Geschäftssitz der BLT befindet sich in Oberwil – weit weg vom Waldenburgertal. Für den Liestaler Stadtpräsidenten Lukas Ott kann dies durchaus ein Problem darstellen: «Die Waldenburger könnten sich randständig fühlen. Eine Verlegung des Geschäftssitzes der BLT nach Liestal könnte deshalb ein starkes Signal sein.» Für BLT-Chef Andreas Büttiker ist dies jedoch kein Thema. Der Regierungsbeschluss hat Betroffene überrascht, wie Andrea Kaufmann, Gemeindepräsidentin von Waldenburg, bestätigt: «Ich war erstaunt über diese Integration.»

Auch die Diskussion um die Spurverbreiterung – die Waldenburgerbahn fährt als einzige Schweizer Bahn auf einer Breite von 75 Zentimetern – ist weiterhin nicht geklärt. Bei einer Spurverbreiterung könnte die historische Dampfbahn nicht mehr auf den WB-Schienen fahren, zum Leidwesen vieler WB-Taler. Wie es weiter geht, wird sich weisen, für Kaufmann ist einzig klar: «Ich möchte nicht, dass irgendwann ein Tango-Tram durch unser Tal fährt.»