«Es sind immer dieselben Falschaussagen», schimpft Rolf Wirz, der Sprecher der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD). Nach der Berichterstattung der lokalen Medien über eine Informationsveranstaltung der IG Feldreben in Muttenz sah sich die VGD dazu veranlasst, am Mittwochvormittag eine «Gegendarstellung» zu verschicken. Im ersten Punkt hält der Kanton fest: «Der Vergleich mit den Deponien Kölliken, Bonfol, Roemisloch und Le Letten ist falsch, weil es sich bei diesen Deponien um reine Chemiemülldeponien handelt. Feldreben ist vom Bundesamt für Umwelt klassiert als eine Siedlungsabfalldeponie mit einem Anteil von schätzungsweise ein bis zwei Prozent chemischen Abfällen.»

Im zweiten Punkt bemängelt Wirz in seiner Entgegnung: «Es trifft nicht zu, dass bei der Sanierung nur neun Stoffe berücksichtigt werden. Im Rahmen der Untersuchung der Deponie Feldreben wurden seit 2001 zahlreiche Stoffe gemessen, identifiziert und vom Umweltamt des Kantons Basel-Landschaft gemäss der Altlastenverordnung des Bundes beurteilt. Für die Beurteilung der Umweltgefährdung einer Deponie ist allerdings nicht die Zahl der gefundenen Stoffe massgebend, sondern die Gefährlichkeit und Konzentration einzelner Stoffe, welche stellvertretend für die Gesamtheit der Kontamination als Beurteilungskriterium herangezogen werden.

Der Kanton Basel-Landschaft hat deshalb, zusätzlich zu den in der Altlastenverordnung explizit aufgelisteten Stoffen, die bei der Deponie Feldreben identifizierbaren und toxikologisch relevanten Stoffe beurteilt und bei neun Stoffen eine Überschreitung der Sanierungsgrenzwerte festgestellt. Diese Werte waren massgebend für die Festlegung der Sanierungsziele durch das Amt für Umweltschutz und Energie und dienen als Massstab für die Beurteilung, ob die Sanierung erfolgreich ist. Die Effizienz der Grundwasserbehandlung wird aber periodisch auch mittels einer umfangreichen Einzelstoffanalytik überprüft, welche über diese neun Leitsubstanzen hinausgeht. Im Aushubperimeter wird ausserdem das ganze Deponiematerial ausgehoben und somit werden dort sämtliche Schadstoffe entfernt. Das Bundesamt für Umwelt hat das Vorgehen und die Beurteilung des Kantons als gut und richtig beurteilt.»

Hintergrund des jüngsten Schlagabtauschs ist die alte Frage, ob das Gelände der ehemaligen Deponie Feldreben auf dem Muttenzer Polyfeld total- oder nur teilsaniert werden soll. Die Kritiker der IG Feldreben fordern vehement den Totalaushub, was Kanton und Industrie als unverhältnismässig und zu teuer ablehnen. Dass auch dieser jüngste Zwist nur mit den stets gleichlautenden Argumenten ausgefochten wird, beweist, wie verhärtet die Fronten zwischen den Parteien sind. (bos)