Der Kanton Baselland will nicht mitmachen, dafür immer mehr Gemeinden. Im März 2012 machte Muttenz als erste Baselbieter Gemeinde den Anfang und wurde Partnerin der Internationalen Bauausstellung (IBA) Basel 2020. Der Name ist dabei etwas irreführend: Die IBA ist keine Ausstellung im eigentlichen Sinn, mit eingezäuntem Gelände und Kassenhäuschen, sondern ein ab 2010 zehn Jahre dauerndes Projekt zur baulich-räumlichen Entwicklung der trinationalen Region. Während die Kantone Basel-Stadt und Aargau teilnehmen, entschied der Kanton Baselland schon 2009: Eine Partnerschaft ist zu teuer. Alleine für die ersten drei Jahre wurden die Kosten für den Kanton auf 1,7 Millionen Franken geschätzt.

Liestal macht nun auch mit

Ganz anders schätzt man den Wert einer IBA-Partnerschaft etwa in Liestal ein, einer der neusten IBA-Partnergemeinden. Die Stadt Liestal hat in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Projekten versucht, eine neue Dynamik zu entfachen. Für Stadtpräsident Lukas Ott war es deshalb folgerichtig, dass Liestal bei der IBA einsteigt. «Die IBA bietet auch den Gemeinden ein spannendes Schaufenster, sich zu präsentieren», sagt er. Deshalb kann es Ott auch nicht verstehen, dass der Kanton Baselland auf einen Beitritt zur IBA verzichtet hat: «Angesichts der schwierigen Verfassung, in der sich der Kanton derzeit befindet, hätte er sich eine solche Gelegenheit nicht entgehen lassen sollen.» Da sei das Feld allzu leichtfertig den Standortkonkurrenten überlassen worden. Dass der Kanton für seinen Verzicht Kostenargumente angeführt hat, ist für Ott nicht nachvollziehbar: «Der potenzielle Nutzen ist für den Kanton doch um ein Vielfaches grösser als der vergleichsweise bescheidene Mitgliederbeitrag.»

Verständnis für den Kanton hat man in Allschwil, obwohl auch die grösste Baselbieter Gemeinde seit Januar Partnerin der IBA ist. «Wir wollten den Kontakt zur IBA wegen des Parc des Carrières intensivieren und viel näher mit ihr zusammenarbeiten», erläutert der zuständige Gemeinderat Robert Vogt. Beim IBA-Projekt «Parc des Carrières» handelt es sich um die Entwicklung eines Landschaftsparks auf der zurzeit vor allem durch Kiesabbau und Monokultur dominierten Fläche zwischen Basel, Allschwil, Saint-Louis und Hégenheim. «Es wäre schön, wenn der Kanton da auch als Partner dabei wäre», meint Vogt. «Aber ich verstehe sehr gut, dass der Kanton im Anbetracht der aktuellen Finanzlage eben Prioritäten setzen muss.»

Ganz einverstanden mit der Prioritätensetzung des Kantons scheint man in Arlesheim nicht zu sein. «Man wundert sich schon», sagt René Häner, Leiter Raumplanung. «Es ist unsere Region, unsere Landschaft – diese Chance sollte man nutzen.»

Birsstädter unterstützen IBA

Arlesheim taucht, genauso wie Aesch, erst seit kurzem auf der publizierten Liste der IBA-Partner auf. Und bald soll diese noch ein Stückchen länger werden, wie Häner weiss. «Die meisten Birstaler Gemeinden haben sich dazu bekannt, eine Partnerschaft eingehen zu wollen. So können wir die IBA zumindest finanziell unterstützen.» Denn mit dem Birspark Landschaft, der als IBA-Projekt nominiert ist, ist auch eine Herzensangelegenheit der Birsstadt-Gemeinden von der IBA betroffen.

Das Projekt Birspark Landschaft hat zum Ziel, entlang der Birs, zwischen Angenstein und Birsmündung, Erholungsräume zu schaffen; gleichzeitig aber auch, die naturnahe Landschaft entlang der Birs zu schützen. Im Herbst soll der Aktionsplan Birspark Landschaft im Rahmen von Begehungen und Präsentationen der Öffentlichkeit vorgestellt werden.